Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Kaiserreich, Fürstentum Thelessa...

Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon powl » Sa 16 Aug, 2014 09:56

Dem Chefredakteur wird erneut ein Schreiben des Generalinquisitors zugestellt:
An den Chefredakteur des Vellhafener Kuriers,
mag sein, Ihr beginnt nun zu erkennen, welche Folgen Euer unüberlegtes Handeln auslöst. Ein Stein, den man lostritt, kann zu einer Lawine werden. Ersucht das nächste Mal um den Ratschlag eines Priesters, bevor Ihr Euch in vergleichbare Irrtümer versteigt.
Anbei findet ihr ein paar Zeilen, um deren sofortige Veröffentlichung ich Euch ersuche. Noch ist Zeit, das Schlimmst zu verhindern.
Nergas Segen
Der Großinquisitor.

Das zweite Pergament ist eng beschrieben:
Seid gewarnt Menschen. Wer im Buch der Toten liest, muss bedenken, wer nur die Hälfte liest, erfährt auch nur die halbe Wahrheit:
Buch der Toten, Vers 174:
"Denen die mir folgen meine Faust zu sein, denen will ich der Arm sein, der sie führt. Nennet Euch in meinem Namen Nergariten und traget meine schwarze Robe und die in meinem Namen geweihten Waffen."
Damit wir unmissverständlich ausgesprochen, dass sich "Faust Nergas'" nur und ausschliesslich auf die Nergariten bezieht, die in seinem Namen streiten und seine schwarze Robe tragen.
Wenn es also heisst:
"Ihr aber, die ihr mir folgen wollt, höret. Ich verlange nach euch. Seid meine Faust und zerschmettert die Untoten, die Frevler und ihre Herren."
Dann bezieht sich Nergas - er sei gepriesen - eindeutig nur an jene, die den Titel "Faust Nergas" zu Recht tragen, ergo direkt an die Nergariten. Keinesfalls sind damit Laien gemeint.
Wer Irrlehren verbreitet, macht sich der Häresie schuldig. Es ist nicht Aufgabe von Laien, das Wort Nergas auszulegen, vielmehr obliegt diese Aufgabe seinen Priestern, die nur für sein Wort leben und ihr Leben ausschließlich dem Zweck widmen, seinem Wort zu dienen.
Auch auf den Kopf des Häretikers, der den Aufruf zu Werwolfsjagd verfasst hat, wird ein Kopfgeld von 5000 Gulden ausgesetzt. Wer ihn der kirchlichen Gerichtsbarkeit übergibt, oder wer das Urteil an ihm vollstreckt, wird auch in Nergas Hallen reich belohnt werden.
Seid gewarnt. Wer nicht zuverlässig erkennen kann, welches unheilige Wesen im entgegen steht, begibt sich in allergrößte Gefahr. Nicht nur für sein Leben, doch auch für seine Seele. Es gibt noch viel gefährlichere Gegener als einen Werwolf, die jede beliebige Gestalt annehmen können. Wer einem solchen Wesen begegnet, ohne auch im Glauben und okkultem Wissen gerüstet zu sein, der verliert nicht nur sein Leben, sondern auch die Unsterblichkeit seiner Seele.
Folgt diesem ketzerischen Aufruf nicht, Söhne und Töchter der Götter. Es ist Frevel und der Lohn dafür wird ewige Verdammnis sein.
Der Großinquisitor
Andrea Powlo d. C. A. | Håkon Snorreson

Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.
Abraham Lincoln
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » Sa 16 Aug, 2014 12:35

Harmi Wirsch eilt in die Druckerei und ruft schon am Eingang: "Brecht den Druck ab! Halt! Wir müssen noch eine Erklärung des Großinquisitors in die heutige Ausgabe packen." Der Chef der Druckerei gebietet seinen Mitarbeitern der Anordnung sofort Folge zu leisten und zieht das Satzschiff, in dem die Bleilettern schon mit Druckerschwärze versehen sind, wieder hoch. Die schweren Eisenketten rasseln.

Harmi, die Erklärung der Heiligen Nergaskirche in der Hand schwenkend, tritt hinzu, reicht einem der Setzer, der herbeigeeilt ist, den Text des Großinquisitors und erklärt nochmals: "Das muss dringend auf die erste Seite. Und zwar fett. Und schreibt hinzu, dass der Kurier jenen Ketzer der zu feige ist, sich erkennen zu geben, aufs Schärfste verurteilt. Und ob die Redaktion des Antamarischen Anzeigenblattes sich nicht mal überlegen will, keine anonymen Leserbriefe mehr zu veröffentlichen. Hoffentlich spricht die Heilige Nergaskirche auch bald mal einen Kirchenbann über diese Zeitung aus, die gießen ja täglich Öl ins Feuer damit. "

Als der Setzer ihn verwirrt anschaut winkt Harmi den Chef der Druckerei zu sich. "Könnt ihr den Zusatztext kurz notieren? Ja? Danke. Der Kurier verurteilt jenen Ketzer, der anonyme Leserbriefe mit Hetzschriften gegen die Heilige Nergaskirche schreibt. Auch die anderen anonymen Briefe finden wir sehr fragwürdig. Die Redaktion der Vellhafener Niederlassung des Antamarischen Anzeigers möge sich überlegen, ob es sinnvoll ist, durch die Veröffentlichung solcher anonymer Schriften Öl ins Feuer zu gießen." Harmi nickt dem grauhaarigen Mitarbeiter, der alles mitgeschrieben hat, nun dankend zu. "Und nun, meine Herren, ist Schnelligkeit gefragt. Ich erwarte, dass der Kurier trotzdem zur gewohnten Zeit erscheint und ausgetragen wird. Ich danke euch allen. Für die Mehrarbeit gibt es bei der nächsten Lohnabrechnung einen Gulden extra."

Er verlässt die Druckerei und begibt sich wieder in die Redaktion.
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » Sa 16 Aug, 2014 13:41

Harmi Wirsch verfasst noch eine Antwort an den Großinquisitor:

Verehrter Gorßinquisitor,
eure Information für die Bevölkerung wird noch in der heutigen Ausgabe veröffentlicht werden. Ich habe soeben den Druck unterbrochen und euren Aufruf auf die erste Seite setzen. Ich kann euch versichern, dass ich euren Rat ganz sicher befolgen werde. Ich möchte nicht noch einmal aus Unwissenheit eine solche Sache lostreten.

Nach der Lektüre der neuesten Ausgabe des Antamarischen Anzeigenblattes war ich sehr betroffen und habe die Redaktion per Aufruf im Kurier und auch mit persönlichen Anschreiben aufgefordert, sich zu überlegen, ob man weiterhin anonyme Leserbriefe veröffentlicht. Der Kurier wird diese Unsitte, die offenbar dazu angetan ist, fragwürdige Gestalten zu solch ketzerischen Aussagen geradezu zu ermutigen, nicht übernehmen und nur solche Leserbriefe veröffentlichen, deren Absender sich eindeutig zu erkennen geben.

Vielen Dank für euren Segen und mit ehrerbietendem Gruß verbleibe ich
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » Sa 16 Aug, 2014 17:55

Harmi Wirsch ist schon auf dem Weg zur Treppe um das Verlagshaus zu seinem täglichen Marktbesuch zu verlassen, da fällt ihm etwas ein. Er dreht auf dem Absatz um und betritt das Vorzimmer zu seinem Büro, wo Annerose Wunnenstein hinter dem Schreibtisch sitzt und Unterlagen sortiert. "Annerose, mir ist da noch etwas eingefallen ... war diese Lou Deneara eigentlich in der Zwischenzeit hier? Ich hatte sie ja zu einem persönlichen Gespräch eingeladen."

Die Frau seines Freundes, die Harmi selbstlos als Sekretärin aushilft, bis er eine passende Mitarbeiterin gefunden hat, schüttelt den Kopf: "Nein Harmi, ich kann mich an den Brief erinnern, aber die Dame hat sich noch nicht gemeldet. Ist das wichtig? Dann kann ich sie ja nochmal einladen."

Nun ist es an Harmi den Kopf zu schütteln: "Nein, noch nicht nötig. Ich dachte halt nur, das war die einzige der Zuschriften, wo sich der Zwischenfall, den sie schilderte, so abgespielt hat, dass auch die Heilige Nergaskirche nichts gegen einzuwenden hat. Sie hat keinen Werwolf gejagt, sondern wurde vielmehr von einem solchen Wesen angegriffen und hat sich nur gewehrt. Und sie hat uns die Geschichte ausführlich geschildert. Für diese Mühe könnte man sie belohnen. Ich könnte noch einmal fünfhundert Gulden aus meiner Privatschatulle zur Verfügung stellen. Ich hab mich da wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert, aber niemand soll Harmi Wirsch nachsagen, er würde ein Versprechen nicht einhalten. In diesem besonderen Fall hat auch der Generalinquisitor sicher nichts dagegen einzuwenden. Aber um ganz sicher zu gehen, frage ich einen Priester im Nergastempel, bevor wir agieren. Das war ja der Rat den mir der Generalinquisitor nochmals mit auf den Weg gab."

Annerose nickt: "Ja, das ist sicher besser. Dann weißt du genau, ob das so richtig ist."

Harmi nickt und sagt: "Dann bis später, Annerose. Ich gehe auf den Markt und dann kurz in den Tempel um das zu klären. Wenn der Priester zustimmt, können wir die Dame ja nochmals anschreiben." Nun verläßt er endgültig das Büro und begibt sich nach draußen um die Dinge zu erledigen, die er sich vorgenommen hat.
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » Mo 18 Aug, 2014 17:09

Als Harmi das Vorzimmer betritt hebt Annerose Wunnenstein, seine Sekretärin auf Zeit, den Kopf und sieht ihn gespannt an: "Und? Was hat der Priester gesagt.?"

Harmi schmunzelt: "Er meinte wenn der Kurier die Geschichte jener Dame für die Veröffentlichung honoriert und gleichzeitig aus dem Artikel klar hervorgeht, dass hier keine aktive Jagd belohnt wird, sondern es sich um ein Honorar für eine Geschichte mit einer zufälligen Werwolfbegegnung und Notwehr handelt, hätte der Orden keinerlei Einwände. Du kannst die Dame daher nochmals anschreiben, sie möge sich in der Redaktion melden. Ich gehe arbeiten."

Dann geht er in sein eigenes Büro. Er will den Artikel mit der Geschichte für die morgige Ausgabe noch ausarbeiten.



RP zwischen Harmi Wirsch und dem Priester des Nergastempels - ausgespielt per PN zwischen Generalinquisitor Powlroghd und Harmi Wirsch
Spoiler:
Harmi Wirsch geht nach Erledigung seines täglichen Marktrundganges zum Nergastempel. Er öffnet die schwere Pforte und betritt die große Tempelhalle. Obwohl er vorsichtig ausschreitet klingen seine Stiefel unangenehm laut auf dem Steinboden.

Nachdem er sein Gebet erledigt und einen Obolus gespendet hat, sucht er einen der Priester um ihn zu befragen. Als er einen von ihnen nahe des Altars sieht, geht er zu ihm und begrüßt ihn respektvoll mit einer Verbeugung: "Nergas zum Gruße, könnt ihr mir mit einem Ratschlag zur Seite stehen?"

Als der Priester sich ihm lauschend und nickend zuneigt beginnt Harmi seine Frage zu formulieren: "Ich bin Harmi Wirsch, der Herausgeber des Vellhafener Kuriers und ich denke über die unheilvolle Vorgeschichte, die ich durch meine Unwissenheit verursacht habe, seid ihr informiert?"

Harmi holt Luft fährt fort: "Nun würde ich gerne, um die Sache komplett abzuschließen einer jungen Frau die uns eine Geschichte zukommen ließ, wie sie von einem Werwolf angegriffen und sie ihn dann aus Notwehr in die Flucht geschlagen hat, eine Belohnung für die Geschichte zukommen lassen. Schon allein deshalb, weil sie die einzige war, deren Geschichte sich so abgespielt hat, dass die Heilige Nergaskirche dieses billigt, weil es eine Notwehrsituation war. Wenn man das dann so abdruckt, macht man auch den schlichteren Gemütern unter den Lesern durch ein Beispiel klar, was erlaubt ist und was nicht. Soweit meine Überlegungen. Bevor ich das aber nun drucke, wollte ich, wie es mir der Generalinquisitor empfahl, eure Meinung dazu einholen."

Fragend sieht er den Priester an, gespannt eine Antwort erwartend.

Der Priester denkt nicht lange nach, bevor er antwortet. "Nun, wenn es sich so verhält, dass ein Werwolf getötet wurde, der einen Menschen attackiert hat und er nicht aktiv bejagd wurde, dann ist das aus Sicht der Kirche völlig legitim. Anders wäre es, wenn die Attacke darauf zurückzuführen wäre, dass er bejagd wurde, denn die Jagd auf unheiliges Gezücht ist den Nergariten vorbehalten, wie ihr wisst. Daher wäre es auch nicht zulässig, ihr eine für die Jagd ausgelobte Belohnung zukommen zu lassen." Der Priester überlegt einen Moment und schmunzelt: "Wenn ihr für diese Geschichte aber ein Honorar entrichtet, damit ihr sie veröffentlichen könnt, dann steht das in keinem Widerspruch zu den Worten Nergas. Nur achtet darauf, dass Eure Veröffentlichung keine Zweifel daran aufkommen lässt, was Nergas' Wille ist und was nicht. Hilft Euch das in dieser Angelegenheit weiter?"

Harmi nickt begeistert als der Priester ihm schmunzelnd den Weg aufzeigt, wie er das handhaben soll. Er verbeugt sich wieder kurz: " Habt Dank für eure weisen Worte. Geheiligt sei Nergas und mögen alle Wesen seinen Worten folgen. "

"Nergas Segen mein Sohn. Folge seinem Wort und sorge dafür, dass Dein Herz leicht bleibt, auf dass Dir Einlaß in seine Hallen gewiss sei. Gebe Rea Dir einen langen Weg dorthin."
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » So 24 Aug, 2014 07:38

Harmi sitzt grübelnd in seinem Büro. Welch seltsames unerwartetes Ende des Häretikers, der ihm, den Mitarbeitern des Kuriers und letztendlich allen Bewohnern und Gästen Vellhafens das Leben in der letzten Zeit so schwer gemacht hatte.

Bei seinem täglichen Rundgang heute hat er Reodan getroffen und auf Neuigkeiten angesprochen. Der Büttel hatte ihm, eigenartig grinsend, vom unrühmlichen Ende eines gewissen Joris Eiser erzählt. Man hatte ihn tot in seinem bescheidenen Zimmer in einem der heruntergekommenen Häuser an der Stadtmauer gefunden. Der Gestank des schon seit Tagen verwesenden Leichnams hatte die Nachbarn auf den Plan gerufen und die herbeigerufene Stadtwache sich dann gewaltsam Zugang zu dem Zimmer verschafft. Außer dem Toten waren in dem schäbigen Zimmerchen offenbar Entwürfe von Hetzschriften gegen die Heilige Nergaskirche und jene Pamphlete gefunden worden, die in der ganzen Stadt gehangen und die zum antamarweiten Handelsverbot mit Vellhafener Händlern und den anderen Restriktionen für die Vellhafener Bürger geführt hatten.

Harmi fährt sich durchs Haar, wie immer, wenn seine Gedanken sich überschlagen.

Er würde seine Leser informieren müssen, aber was wusste er wirklich über diese Sache? Seine weiteren Erkundigungen hatte nur ergeben, dass dieser Joris Eiser offenbar ein seltsamer Kauz war, ein Eigenbrötler ohne Familie und Freunde. Seinen Lebensunterhalt hatte er sich als kleiner Schreiberling für den Stadtrat verdient. Wie Harmi von einem seinen Nachbarn in Erfahrung bringen konnte stammte dieser Joris wohl aus dem Grauland. Seine Eltern sollen von einem Werwesen ermordet worden sein, soll er seinem Nachbarn einmal erzählt haben. Weiter wusste dieser Nachbar zu berichten, dass Joris sich unbändig über den Aufruf zur Werwolfjagd gefreut haben soll. Danach hatte aber auch dieser Nachbar Joris nicht mehr gesehen, sich aber auch nicht darüber gewundert weil dieser Schreiber eben als Sonderling und eigenartiger Kauz bekannt war. Auf die Idee, dass hinter dem unscheinbaren Kerl der Pamphletschreiber und Gründer der neuen Kirche Nergas stecken könnte war niemand aus dem Umfeld des Stadtschreibers gekommen.

Auch bei den ehemaligen Kollegen des Toten hatte Harmi versucht Informationen zu erhaschen. Aber auch bei diesen konnte er nur wenig in Erfahrung bringen. Bei den Schreibern und Protokollanten des Stadtrates herrschte ein allgemeines Erstaunen. Erstaunen darüber, dass der doch sehr unscheinbare Mann der unheimliche Ketzer gewesen soll, der mit harschen Worten die Heilige Nergaskirche und den Generalinquisitor persönlich kritisiert hat. Der Mann der die anonymen Zuschriften an die Vellhafener Zweigstelle des Antamarischen Anzeigenblattes geschickt und in der ganzen Stadt seine Aufrufe an Häusern , Bäumen und sogar Tempeltüren angenagelt hatte. Keiner hatte Joris Eiser das zugetraut.

Und nun war er tot. Nach Ansicht Reodans war er eines natürlichen Todes gestorben. An dem schon verwesenden Leichnam soll man eine brandige und eitrige Verletzung am Fuß gefunden haben. Das wurde als Todesursache angenommen. Aber ob Reodan das wirklich so beurteilen kann? Harmi zweifelt daran. Reodan ist ein einfacher Büttel und kein Medicus. Harmi schüttelt entschieden den den Kopf. Er hatte selbst die Macht der Nergaskirche gesehen und den mehr als entschlossenen Großinquisitor als dieser von dem Ketzer erfuhr. Wenn jener Schreiberling wirklich der Häretiker war, dann waren die Nergariten ihm auch auf die Spur gekommen. Dann hatten diese ihn vielleicht zu Tode gebracht und einfach dort zurückgelassen. Vielleicht hatten sie ihn ja auch vergiftet, wer weiß das schon?

Entschlossen formuliert Harmi die Schlagzeile für seinen Bericht:
Haben die Nergariten den Häretiker Joris Eiser zu Nergas geschickt, damit er sich dort verantwortet?
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » Di 02 Sep, 2014 11:49

Vellhafener Kurier
Ausgabe vom 8. Erdmond des Jahres 995 nZ


Mocca und Cacao Mangelware - Handelsverbot wirkt sich aus.
Markthändler, Läden mit Überseeware und die ansässigen Gaststuben und Teehäuser beklagen, dass durch das Handelsverbot der dringend benötigte Nachschub an Mocca- und Cao-Caobohnen fehlt. Es sind zwar noch aus den Lagerbeständen kleinere Kontingente vorhanden, sodass die Vellhafener immer noch ihren Mocca oder Cao-Cao trinken können, allerdings sind die Preise so stark angestiegen, dass die Bürgern sich beschweren. Auch andere Waren sind inzwischen verknappt. So gibt es seit Wochen keine Lederschilde mehr zu kaufen, beklagen sich etliche Abenteurer, die ihren Bedarf an Waffen, Schilden und anderer Ausrüstung bei Aufenthaltung in unserer Stadt decken wollen. Einige Händler überlegen zur Zeit ob sie ersatzweise Schilde aus Inoda oder dem Aivarunenland erwerben und anbieten sollen.
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Exclusivinterview mit hohem Vertreter der Heiligen Nergaskirche - Wird das Anathema bald aufgehoben?
Der Generalinquisitor Powlroghd höchstselbst gewährte unserem Herausgeber und Chefredakteur Harmi Wirsch ein Exclusivinterview. Thema des Gespräches war natürlich unter anderem, ob und wann das Anathema des Heiligen Nergaskirche wieder aufgehoben wird. Anlaß war das Bekanntwerden des Todes des Häretikers Joris Eiser und die inzwischen deutlich gestiegende Frömmigkeit der Vellhafener nach der Bekanntgabe der Strafe durch die Kirche. Mit großer Freude können wir berichten, dass der Generalinquisitor seinem obersten Kirchenfürsten die Aufhebung der Sanktionen für Vellhafen empfehlen wird. Leser, die sich für den vollständigen Wortlaut des Interviews interessieren, können sich im beigefügten Extrablatt informieren.

Bild Bild

Extrablatt
Spoiler:

»Harmie Wirsch: "Nergas zum Gruße, Großinquisitor. Die neuesten Entwicklungen ließen mich erneut das Gespräch mit euch suchen. Die Leser des Kurier sind gespannt wie die Heilige Nergaskirche die Ereignisse rund um den tot aufgefundenen Häretiker bewertet. Könnt ihr uns das kurz erläutern?"

Generalinquisitor Powlroghd: "Nergas zum Gruße mein Sohn. Natürlich hat uns die Kunde erreicht und so man nicht an Zufälle glauben mag - und ich bin nicht geneigt an Zufälle zu glauben - könnte man es durchaus so verstehen, als hätte Nergas diesem Unglücklichen seine Gunst entzogen. Möge das ein Signal sein, sich nicht gegen die Götter zu versündigen."

Harmi Wirsch: "Dann, verehrter Großinquisitor, ging es euch wie uns und der Mehrzahl unserer Leser. Da an einen Zufall zu glauben, bei einem ja ansonsten noch recht jungen und gesunden Mann, das vermag kaum jemand. Glaubt ihr, dass Nergas nun versöhnt ist, wo er den Urheber der Schmähungen gegen die Kirche ja so mehr als offensichtlich bestraft hat .. ja mehr noch .. ihn zu sich geholt hat, damit er sich vor ihm persönlich für seine Taten verantwortet? Oder zürnt Nergas des Vellhafener noch, weil einer ihrer Bürger sich derart versündigte?"

Generalinquisitor Powlroghd: "Wer könnte das genau wissen, außer Negas selbst? Doch erlaubt mir meine eigene Interpretation. Zum einen muss man sehen, dass im Städtebund die Nergakirche eine andere Rolle einnimmt, als es im Südstern der Fall ist - was ich außerordentlich bedauere, wenn mir diese Anmerkung erlaubt ist. Doch geht es hier noch um weit mehr, nämlich die Einheit der Kirche. Dem Laien mag oft die Frage erscheinen, wieso diese concordia ecclesiae von so herausragender Bedeutung ist und so vehement verteidigt werden muss? Nun, zum einen, weil sie sich auf Nergas' Worte gründet und daher heilig ist und zum anderen, weil es dem Schutz der Sterblichen dient. Zwischen uns und dem Reich der Götter gibt es noch weit mehr und manches, das es von unserer Welt fernzuhalten gilt. Das kann nur gelingen, wenn die Einigkeit der Kirche um jeden Preis gewahrt bleibt und wenn das Wissen aus den Apokryphen, das Nergas uns anvertraute, tief im Schoß seiner Kirche verborgen bleibt. In den falschen Händen könnte dieses okkulte Wissen unbeschreiblichen Schaden anrichten."

Harmi Wirsch: "So habt ihr befürchtet, dass dieser Joris durch seine Kirchengründung an Wissen hätte gelangen können, was den normal Sterblichen hätte schaden können? Welch furchtbare Vorstellung. Wie gut, dass Nergas offenbar doch schützend seine Hände über die Vellhafener Bevölkerung stellt, auch wenn, ich zugegeben muss, der größte Teil nur seiner gedachte, wenn jemand der Angehörigen zu Nergas gerufen wurde."

Harmi räuspert sich und fährt dann fort. "Im Alltag wurde im Stadttempel am Hauptaltar zu den neun Götter gebetet, Den Seitenaltar für NERGAS, APHROSIA und ALOANA übersieht manch einer geflissentlich. Aber wie ich hörte, hat sich das nun geändert. Nach dem Bann war der Seitenaltar deutlich besser besucht und auch den Weg in euren Tempel fand manch einer und konvertierte vom bisher angebetenen Gott zu Nergas. Der Absatz von Nergasamuletten soll nach Aussagen der Händler auch sprunghaft angestiegen sein. Sieht die Heilige Nergaskirche das nicht auch als Indiz für einen Sinneswandel und neue Nachdenklichkeit der Vellhafener? "

Generalinquisitor Powlroghd: *lächelt*
"Nein, ich kann Euch beruhigen. Das Wissen, von dem die Rede ist, ist im Schoß der Kirche sicher verwahrt. Es ging dabei eher um die concordia ecclesiae. Wäret Ihr Magistrat dieser Stadt, unterstünde Euch die Stadtwache, nicht wahr? Damit die Bürger dieser Stadt sicher sind vor Dieben und Meuchlern, unterhaltet ihr die Wachen. Würdet ihr es da für eine gute Idee halten, zuzulassen, dass sich die Wachen in verschiedene Parteien aufspalten würden? Wohlmöglich noch mit verschiedenen Ansichten über das Vorgehen gegen das zwielichtige Gesindel? Ich möchte das bezweifeln!
Aus diesem Grunde wird die Nergaskirche gegen jegliche Tendenzen, die ihre Einheit gefährden könnten, mit unnachgiebiger Härte und äußerster Entschiedenheit vorgehen; zumal es hier um entschieden mehr geht, als die Abwehr zwielichtiger Gestalten. Aber das wisst Ihr ja bereits, spätestens seit unserem letzten Gespräch.

Was den zweiten Teil Eurer Frage angeht, ist mir das nicht verborgen geblieben, wie Ihr Euch sicher denken könnt. Daher bin ich geneigt in meinem Bericht an den Patriarchen die baldige Aufhebung des Anathemas zu empfehlen. Die braven und frommen Bürger Vellhafens haben gezeigt, das die Botschaften der falschen Propheten hier nicht auf fruchtbaren Boden fallen und ich bin dabei, dass mich die Götterfürchtigkeit der Vellhafener überzeugt, dass es sich nur um eine verschwindend kleine Gruppe Verirrter gehandelt hat, von der keine unmittelbare Gefahr mehr ausgeht."

Harmi wirkt zufrieden bei der Ausführungen des Generalinquisitors bezüglich der kirchlichen Geheimnisse und ihrer sicheren Verwahrung. Das ist die Einigkeit der Kirchen ebenso wichtig ist, war ihm vorher schon bewusst, die Erläuterung des Nergariten ist aber exzellent geeignet, den Leser des Kuriers das noch einmal klar zu machen. Also nickt er nur.

Als die Sprache auf die Empfehlung kommt das Anathema wieder aufzuheben, ist Harmi die Erleichterung doch anzusehen. Die Bürde, den Grundstein für diese unheilvolle Entwicklung gelegt zu haben, auch wenn ein andere, wie dieser Joris oder der anonyme Gelehrte der Universität zu Vellhafen das schreckliche Gebäude dann gebaut hatten, was nun wieder zum Einsturz gekommen war, hatte schwer auf seinen Schultern gelastet. Er liebt sein Heimatstadt und die Schwierigkeiten für seine Bewohner, die das Anathema verursachte, machten ihm fortwährend ein schlechtes Gewissen.

Das sagt er auch dem Mann der Heiligen Nergaskirche, vor dem er sitzt: "Das wäre wunderbar, Großinquisitor. Besonders für mich. Fühlte ich mich doch immer schuldig, dass es soweit gekommen ist. Auch wenn der Häretiker aus eigenem Antrieb handelte, so hat er es ja den Unterlagen nach, die man bei ihm fand, deshalb betrieben, weil er die vom Kurier ausgelobte Belohnung für die erfolgreiche Werwolfjagd gut fand. Ich habe ihn sozusagen auf die Idee gebracht sich gegen die Heilige Nergaskirche zu erheben. Ich hoffe, die Götter verzeihen mir das."

Generalinquisitor Powlroghd: "Nergas ist gerecht, mein Sohn. Wer ein Leben führt, dass das Herz nicht schwer werden lässt, der wird dereinst auch den Weg in seine Hallen finden.
Es gibt kein Herz, dass auf seiner Waage kein Gewicht hätte. Jeder sündigt an den Göttern und ihren Weisungen. Am Ende zählt, was überwiegt - beschwerende oder entlastende Taten. Auch wenn meine Meinung nicht maßgeblich ist, bin ich doch sehr zuversichtlich, dass wir uns in Nergas Hallen wiedersehen werden, wenn es an der Zeit dafür ist.
Für Euch wird sprechen, dass Eure Verfehlung guter Absicht entsprungen ist und keineswegs böswillig oder vorsätzlich begangen wurde.

Nur sind Werwölfe noch die geringste Gefahr, die uns Sterblichen drohen können. Vor nicht allzu langer Zeit kam es in Droux zu einer Bedrohung durch Wesen, die jeder für Werwölfe hielt. Unsere Schwester Svetlana ist im Kampf gegen diese Bedrohung gefallen, was wohl kaum geschehen wäre, wären es nur Werwölfe gewesen. Es gibt in Wolfsgestalt weit mächtigere Wesen und so begibt man sich in große Gefahr, wenn man nicht sicher unterscheiden kann. Und selbst das ist keine Garantie, wie Svetlanas Beispiel uns auf so traurige Weise nahelegt.

Der Kirche liegt zum Beispiel ein Bericht von einem Abenteurer vor, der auf wundersame Weise von einer mysteriösen Insel zurückkam. Wir prüfen diesen Bericht noch, doch seine Schilderungen lassen erahnen, was passiert, wenn der Riegel zwischen unserer und deren Welt auch nur für einen Moment unbewacht geöffnet wird. Die Schrecken aus seiner Erzählung sind mannigfaltig und geeignet, das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Gebe Nergas, dass sich derartiges nicht ausbreitet und über unsere Welt ergießt.
Lasst den Schuster die Schuhe machen, den Böttcher die Fässer machen und die Nergariten das ihre tun. Die Schuhe werden auch besser passen, wenn sie nicht der Schmied macht, denkt ihr nicht?"

Harmi verspürt eine leichte Gänsehaut bei der Erzählung des Generalinquisitors. "Oh. Dann hoffe ich doch sehr, dass die Heilige Nergaskirche die gefährlichen Wesen in Schach halten kann. Ich überlege dieses Passus unseres Interviews nicht zu veröffentlichen. Denn es könnte Schlimmes bewirken, wenn die Bürger plötzlich in Panik geraten, wegen Wesen die weitaus schlimmer als Werwölfe sind? Was meint ihr werter Großinquisitor? Oder meint ihr die Bürger erkennen es als Warnung? Ich bin mir da gerade nicht sicher. "

Dann setzt er hinzu:"Was meine Fehler angeht, ich bete täglich zu Nergas, dass er mir sie verzeiht. Und spende regelmässig im Tempel für die Arbeit der Nergariten. Und bereue aufrichtig nicht besser nachgedacht und mich informiert zu haben, mehr kann ich nicht tun. Was die private Seite angeht. Beruflich versuche ich natürlich mit dem Kurier so zu berichten, dass die Bürger nicht irregeleitet werden. Im Zweifel werde ich den Rat der Kirchen einholen. Und habt vielen Dank für euren weisen und wohlwollenden Worte, Großinquisitor. "

Generalinquisitor Powlroghd: "Das ist ein schwere Frage, die ihr da ausprecht. Ist es sinnvoll, seine Kinder mit Schrecken dazu zu bewegen, das richtige zu tun? Oder wäre es besser, sie nicht mit dem zu konfrontieren, das im Dunkeln lauert, damit sie ruhiger schlafen?
Darauf kann ich Euch auch keine abschliessende Antwort geben, mein Sohn. Daher denke ich, ich überlasse die Entscheidung Euch. Ihr werdet mit Nergas Hilfe das richtige tun.
Was Euren Fehler angeht, bin ich sicher, dass Nergas weiß, was ihr tut und es entsprechend zu werten weiss.
Im Grunde ist es das beste, dem Rat der Götter zu folgen. Was wissen wir Menschen schon? Was wir erfahren aus dem Öffnen von Leichen. Der Untersuchung der Natur. Alchemie und die sogenannten Wissenschaften. Verlockend sind ihre Erkenntnisse, ohne Zweifel. Und auch bringen sie den Fortschritt voran, neue Medizin und Technik. Doch neigen sie zur Überheblichkeit und zum Vergessen, dass die Weisheit der Götter unermeßlich größer ist und es so vieles gibt, dass wir nicht sehen oder messen können. Was wir lernen sollten, ist, dass wir so gut wie nichts wissen. Und mit dieser Gewißheit den Göttern mit Demut begegnen."

Harmi Wirsch: "Großinquisitor, im Namen des Vellhafenerer Kurier danke ich euch herzlich für das Gespräch und eure erhellende Worte. "«



Thelassischer Prediger ruft Vellhafener Bürger und Besucher der Stadt zu Mäßigung auf
Seit ein paar Tagen befindet sich Savo Narola, ein Theologe aus Thelassa in unserer Stadt. Der junge Mann, der sich in seinen Predigten, die er in der Stadt hält, für Mäßigung ausspricht, fordert die Bürger und Besucher unserer Stadt auf, der Völlerei, der Trunksucht und der Gier nach Besitz und Gold zu entsagen. Man soll nur einfache Speisen zu sich nehmen, bis der Hunger gestillt ist und keinesfalls essen, weil es gut schmeckt. Bei den Getränken empfiehlt er Wasser und höchstens einen Becher Wein zu den Mahlzeiten. Prunkvolle Kleidung, Schmuck und bestimmte Kunstwerke hält er für Verführungen zur Sünde. Er mahnt an, dass man Kleidung, Schuhe und Stiefel mit jenen teilen soll, die nichts besitzen und überzähliges Gold soll an die Kirchen gespendet werden. Sündige Bildnisse und Schriften sollen auf Scheiterhafen öffentlich verbrannt werden.

Eine Schar von Straßenkinder, auf die der fremde Prediger offenbar eine Faszination ausübt, begleiten ihn stets bei seinen Streifzügen durch die Stadt. Sie tragen seine Seekiste, auf die er sich immer stellt, um zu predigen, an jeden Punkt der Stadt. Einige von ihnen ahmen ihren "Meister", wie sie ihn nennen, schon in Kleidung und Schuhwerk nach. Der heilige Mann trägt nur einen Lendenschurz, eine Kutte aus grober Wolle und Sandalen. Bisher konnten unsere Reporter nicht herausfinden, wo dieser Mann nächtigt oder warum er diesen Aufruf zu Mäßigung in Vellhafen gestartet hat. Das einzige was wir aus zuverlässiger Quelle in Erfahrung bringen konnten, ist, dass er seine Studien in Thelassa als Jahrgangsbester und mit hohen Auszeichnungen und Belobigungen abgeschlossen hat. Wir können unseren Lesern aber versprechen, dass wir hartnäckig bleiben und weitere Recherchen betreiben.
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Anzeigen unserer Leser
Ein Herr von etwa 30 Jahren mit ansehnlichem Besitz sucht für die Ehe eine junge Dame mit einem Vermögen von etwa 3000 Gulden. Interessierte Leserinnen mögen sich mit einer Zuschrift mit dem Stichwort Heiratskandidatin an den Vellhafener Kurier wenden.
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » Fr 05 Sep, 2014 16:22

Vellhafener Kurier
EXTRABLATT vom 13. Lichtmond des Jahres 995 nZ

Anathema aufgehoben - Der Patriach der Heiligen Nergaskirche entspricht der Empfehlung des Generalinqusitors Powlroghd - Vellhafen vom Handelsverbot befreit

Vellhafen kann aufatmen. Ab sofort ist das Anathema aufgehoben. Hier der Wortlaut der Mitteilung der Heiligen Nergaskirche:

Seine Heiligkeit, der Patriarch der Nergaskirche, Vater der Frommen, Behüter der Wahrhaftigkeit, Beschützer der Sterblichen, Fürsprecher der Verblichenen und Oberbefehlshaber der Nergariten richtet mittels dieser Bulle sein Wort an die Gläubigen:

Die Frömmigkeit und Rechtschaffenheit der Bürger Vellhafens ließ unser Herz nicht unberührt. Wir haben durch die Fürsprache des Generalinquisitors die Überzeugung erlangt, dass sie über die Irrungen einiger Verderbter erhaben sind. Daher heben wir hiermit das Anathema über die Stadt auf.
Mögen die Götter euch ihren Schutz stets gewähren.
Preiset Nergas!

Ad perpetuam rei memoriam
Gegeben in Al'Unfalat im Jahre der Götter 2077


Der Vellhafener Kurier hatte im Exclusivinterview bereits berichtet, dass der Generalinquisitor eine entsprechende Empfehlung an seinen Patriachen senden wollte. Das dieser nun der Fürsprache für Vellhafen entsprochen hat, befreit die Stadt von einer großen Bürde.
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » Mi 26 Nov, 2014 17:48

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Harmi Hirsch verlässt sein Büro über sein Vorzimmer. "Kathrein? Kommst du? Ich glaube die Ältesten der Zünfte und die Herren der Händlergilden dürften inzwischen alle eingetroffen sein. Die Vertreter des Stadtrates und der Kirchen habe ich ich eben selbst schon willkommen geheißen und in den großen Redaktionssaal gebracht. Ich brauche dich an meiner Seite wenn wir das große Winterfest besprechen, du kennst dich in den Unterlagen auch besser aus als ich." Bei seinen letzten Worten deutet er auf den großen Stapel Papier, der zusammengebunden mit einem blauen Band auf dem Schreibtisch seiner Sekretätin prangt und auf dessen obersten Blatt in großen Lettern "Winterliches Stadtfest zu Vellhafen" gedruckt ist.

Kathrein steht sofort auf, nickt, streicht ihren Rock nochmal glatt, klemmt sich den Papierstapel unter den Arm und folgt dem Chefredakteur und Herausgeber des Vellhafenen Kuriers, der schon in Richtung Gang unterwegs ist. Sie gehen beide den Gang herunter. Schon im Flur hören sie trotz der schweren Holztüren Stimmengemurmel aus dem Redaktionssaal.

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Harmi öffnet die Tür und lässt Kathrein vorgehen. Das laute Stimmengemurmel verstummt und die Herren im Raum schauen wer denn da da eingetreten ist. Harmi nutzt den Moment und sagt laut: "Meine verehrten Herren Stadträte, Kirchenvertreter, Zunftältesten und Gildenmeister, sofern ich euch nicht bereits persönlich begrüßt habe, heiße ich euch herzlich willkommen beim Vellhafenen Kurier zur unserer Besprechung für das diesjährige Winterfest. Für euer leibliches Wohl während unserer kleinen Versammlung sorgen gerne unsere Botenjungen." Er weist auf zwei zwei adrett in dunkelblaue Hosen und Hemden gekleidete Jungen, die eine ebenfalls dunkelblaue Kappe auf glattgestriegelten Haar tragen, auf denen mit goldgelber Stickerei 'Vellhafener Kurier' prangt. Dann spricht Harmi weiter: "Ich weiß wohl, dass eure Zeit sehr knapp bemessen ist, also fangen wir an." Er setzt sich an den Kopf des Tisches, Kathrein nimmt links von ihm Platz. Harmi schaut sich um.

Im Kamin prasselt ein Feuer, im Raum ist es angenehm temperiert, alle Kerzen, auch die hoch oben im Kronleuchter wurden, wie es Harmi angewiesen hatte, erneuert und angezündet, fast alle Besucher haben Tee, Mocha, Bier oder Wein vor sich stehen und sitzen am großen Tisch. Nur ein sehr alter Mann, klein und mit weißem Haar sitzt zusammengesunken in einem der Sofas vor dem Kamin bei einem Becher Brunnenwasser. Er scheint eingeschlafen zu sein. Harmi muss lächeln, er kennt den Mann. Es ist der Zunftmeister der Bäcker, der sich rühmt in seinem Leben nie etwas anderes als nur Brunnenwasser zu sich genommen zu haben. Er ist alt, schon über siebzig Sommer hat er erlebt und dafür ist er erstaunlich vital. Harmi bedeutet einem der Jungen einen besonders bequemen und gepolsterten Lehnstuhl an seine rechte Seite zu stellen und geht selbst zu dem Schläfer, berührt ihn sanft an der Schulter und sagt leise: "Kommt Meister Friedrichson, wir wollen beginnen, darf ich euch zu eurem Platz geleiten?" Der Mann schrickt zusammen, erkennt dann aber Harmi und lächelt. "Jau, min Jung, dann bring du mich mal da hin, wo ich hin soll. Gemütlich war es hier an deinem Kamin. Eine Backstube ist kein so gemütlicher Arbeitsplatz wie ihr Herren Redakteure ihn wohl habt." Der Greis kichert bei seinen Worten, erhebt sich und lässt sich von Harmi zum Tisch führen. Als er endlich sitzt, geht es los.

Harmi bleibt an seinem Platz stehen, Kathrein verteilt, nachdem sie sich stumm mit ihm im Augenkontakt verständigt hatte, an jeden der Herren ein bedrucktes Blatt Papier, welches erst heute morgen aus der Druckerei in den Raum gebracht und auf einem kleinen Tisch abgelegt worden war. Neugierig werfen die Männer einen Blick darauf während sie weiter den Worten des Zeitungsmannes lauschen.

"Verehrte Gäste, ich glaub wir sind uns einig, dass das diesjährige Winterfest, welches ich und meine Mitarbeiter die Ehre habe, auszurichten, ein besonders schönes Fest werden soll. Es soll uns und alle Besucher die Kälte des Winters vergessen lassen und so Freude und Wärme in alle Herzen tragen. Mit eurer geschätzten Unterstützung wird das sicher auch gelingen. In der heutigen Ausgabe des Kuriers wird daher ein Aufruf an Gaukler, Schauspieler, Barden und Bänkelsänger des Landes gestartet, dass sie sich aufmachen sollen gen Vellhafen. Im Antamarischen Anzeigenblatt werden wir einen ebensolchen Aufruf ab der morgigen Ausgabe in ganz Antamar schalten. "

"Schreibt dazu, dass auch Feuerschlucker kommen sollen! Ich liebe Feuerschlucker!" ruft ein dicker älterer Herr am Tisch energisch. Harmi nickt lächelnd: "Natürlich auch Feuerschlucker." Er notiert sich etwas und fährt fort. "Der zweite Punkt ist schon kniffliger. Unser Arenameister ist ja leider verunglückt während eines Trainingskampfes und liegt schon seit Wochen im örtlichen Hospital. Eine seiner Gehilfen, sein Gegner in diesem Kampf, der die Verletzung verursacht hat, ist aus der Stadt geflohen, wohl aus Angst man könne ihn dafür verantwortlich machen und der zweite, der Sohn des Arenameisters besäuft sich seither aus Sorge um dem Vater täglich. Wir können daher von keinem von ihnen Unterstützung für ein kleines Turnier erwarten um auch den Kriegern die zum Fest kommen werden, Kurzweil zu bieten. Fall einer von euch dazu eine Idee hat, ich wäre mehr als dankbar. Oder müssen wir das Fest ganz ohne Kämpfe feiern?" Harmi schaut abwartend in die Runde.

Der Zunftmeister der Schmiede, ein großer kräftiger Mann sagt dazu mit dunkler Stimme: "Schreibt das doch auch in eure Zeitung. Und ins Antamarische Anzeigenblatt. Wir suchen einen Turnierausrichter. Seine Gehilfen soll er mitbringen. Den Lohn für die Herren bekommen wir auch noch zusammen. Gibt doch bestimmt einen Recken der sich das zutraut." Zustimmendes Gemurmel erhebt sich im Raum und auch Harmi nickt zufrieden: "Gute Idee, Das machen wir." Er hakt mit dem Bleystift einen Punkt auf seinem Zettel ab.

"Nun zum nächsten Punkt. Der Wettbewerb für Geschichten, Moritaten und Balladen für die Bänkelsänger. Die Organistaion dafür übernimmt komplett der Kurier, in der nächsten Ausgabe erscheint ein Aufruf, dass die Geschichtenschreiber und Balladentexter ihre Arbeiten an den Kurier schon im Vorfeld des Festes einreichen sollen. Die Besten werden dann während des Festes in der Stadt vorgetragen und mit einem Preis ausgezeichnet. Die Geschichten und Balladen sollen an einem großen wärmenden Lagerfeuer im Stadtpark vorgelesen und vorgesungen werden. Das wird sicher ein schöner Anziehungspunkt für die Besucher des Festes werden."

Wieder ertönt beifälliges Gemurmel. Eine ganze Weile debattieren die Herren nun, sammeln Ideen und Harmi notiert wichtige Anmerkungen. Die Kirchendiener wünschen sich, dass die regelmässige Gottesdienste, die während des Festes im großen Tempel für alle Götter und auch in den kleineren Tempeln für die einzelnen Götter abgehalten werden, im Kurier erwähnt werden und das während des Festes Ausrufer die Besucher immer wieder an die Besuche in den Tempeln erinnern.

Ein anderer wünscht sich einen Wettbewerb "Wer baut den schönsten Schneemann" im Stadtpark. Einer der Stadträte erinnert daran, dass der Wirt der Hafenkneipe "Zum Plankengänger" einen Trinkwettbewerb ausrichten wollte. Auch das notiert Harmi. Nach etwa zweistündiger Besprechung verabschieden sich die Gäste. Man hat einiges gemeinsam erarbeitet, dass es nun noch auszuführen gilt. Harmi sagt in einem Schlußsatz: "Werte Herren, nehmt nochmals meine Dank entgegen, dem Kurier als Ausrichter des Winterfestes soviel Zeit geopfert und uns mit eurem wertvollen Rat und euren Empfehlungen beiseite gestanden zu haben. Wenn die Götter uns wohlgesonnen sind und unsere Pläne nun so reifen, wie wir uns das denken, kann es nur ein schönes Fest werden. Ich wünsche allerseits einen schönen Abend."
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » Do 27 Nov, 2014 23:05

Vellhafener Kurier
Ausgabe vom 14. Lichtmond des Jahres 995 nZ


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zu Vellhafen


Wie schon berichtet, richtet unser Blatt in diesem Jahr das Vellhafener Winterfest aus. Der Kurier nimmt sich dieser Aufgabe gerne an, bittet aber die verehrte Leserschaft um ihre Mithilfe. Was können die Vellhafener Honoratioren und die Bürger tun?

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Durch den Ausfall des hiesigen Arenameisters, der zur Zeit im Hospital zur helfenden Hand mit dem Wundbrand einer Trainingskampfverletzung kämpft und um sein Leben ringt, suchen wir für die Arenenwettkämpfe noch kampferprobte Recken mit Organisationstalent. Interessenten melden sich beim Redakteur Alba (Beathan) Jorgen.

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Geschichtenerzähler und Moritatensänger aufgepasst! Schickt uns eure spannenden, aufregenden oder rührenden Geschichte, Moritat oder Ballade bis zum 05.12, 2014 an den Chefredakteur unserer Zeitung, Harmi Wirsch. Die besten Geschichten, Moritaten und Balladen werden prämiert und die Werke von den Verfassern, auf Wunsch auch von einem bestellten Vorleser, vorgetragen und die Autoren anschließend geehrt.

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Wir erbitten Geld- und Sachspenden um die Wettkämpfer der verschiedenen Disziplinen, die in Vellhafen in der Arena, beim Geschichtenerzähler- und Moritatensängerwettstreit oder beim Trinkwettbewerb die vordersten Plätze belegen, entsprechend ehren zu können. Die Spenden werden im Vorzimmer von Chefredakteuer Harmi Wirsch von der Chefsekretärin Kathrein von Valdec entgegengenommen. Eine Spendenquittung zur Vorlage beim Steuereintreiber kann auf Wunsch ausgestellt werden.
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » So 30 Nov, 2014 11:20

Die erste Spende

"Kathrein? Bin wieder da und hier ..." Harmi packt viele kleine Leinensäckchen aus seinem Rucksack und stellt sie auf Kathreins Schreibtisch ab. Dabei bewegt er leise die Lippen und als er fast fetig ist, zählt dann laut: " ...... siebenunddreißig, achtunddreißg, neunundreißig und ... vierzig! Das war der letzte. Alle schön mit je 100 Gulden gefüllt, es sind also 4.000 Gulden die wir als Spende von der Contessa bekommen haben. Und zwar bewusst für den Geschichten-, Balladen- und Moritatenwettbewerb und die Gaukler die wir eingeladen haben. Die Contessa möchte ausdrücklich die Kunst unterstützen und nicht die Kämpfer."

Harmi grinst Kathrein freudestrahlend an und schaut ihr vergnügt zu, wie sie das Gold im schweren Schrank hinter ihr verstaut.

Komplettes RP, ausgespielt am 28.11.2014 im Straßengeplauder zu Vellhafen. Die Teilnehmer des zeitgleich gespielten kleinen RPs im Stadtpark - Niniveh und Eyn- mögen mir verzeihen, dass ich wegen der Übersichtlichkeit ihren Teil aus dem RP ausschnitt, es soll ausdrücklich keine Missachtung ihrer schönen Beiträge sein.
Spoiler:

»28.11 10:25 Harmi Wirsch hat die Klinke von der Tür seines Vorzimmers zum Flur schon in der Hand und will den Raum verlassen, da dreht er sich noch einmal herum: "Danke, Kathrein. Ich bin schnell wieder da. Das ging ja verflixt schnell mit der ersten Spende. Und bei der Contessa hole ich sie gerne persönlich ab. Wollte ohnehin gerne mal sehen, wie so eine auretanische Adelige in Vellhafen residiert. Zum Glück ist sie nicht so ein Snob, wie manch anderer Adelige, der hier weilt. Man kann sich mit ihr ganz nett unterhalten ohne das dauernd arrogant tut. Stand in der Nachricht etwas, ob sie Gold- oder auch Sachspenden vornehmen will? Nicht? Nun, dann nehm ich trotzdem mal einen Rucksack mit, bereit sein ist alles in unserem Metier." Er greift zum Haken an der Wand wo außer ein paar Umhängen und Mänteln auch ein größerer brauner Lederrucksack hängt. Er hängt ihn über und verlässt das Büro mit einem leisen "Bis gleich, Kathrein." und einem Lächeln. Schnell geht er nach unten, durch die große Halle mit der Anzeigenannahme und verlässt das Haus in Richtung Stadtpark, dem kürzesten Weg zum Villenviertel, in dem auch die Villa der Contessa Daria della Caravita liegt.

28.11 10:45 Contessa Daria della Caravita lässt sich von ihrer Dienerin noch einmal die Frisur richten. Ruhig sitzt sie vor ihrem Spiegel und wartet geduldig darauf das die Schleife das kunstvoll geflochtene Haar festhält. Dann legt sie die kostbarste Kette um ihren Hals die sie besitzt. Kurz fährt eine Gänsehaut über den Körper als der kühle nie schmelzende Eissplitter, an einer dünnen goldenen Kette, dann ihren Hals ziert. Ein zufriedenes Nicken folgt und die Dienerin zieht sich zurück um den Salon vorzubereiten. Die Hausherrin selbst erhebt sich dann und betrachtet sich noch einmal im Spiegel. "Durchaus angemessen" Dann lächelt sie amüsiert als sie daran denken muss das viele der anderen adligen Damen doch immer Perücken tragen. Doch gerade wegen ihrer besonderen Haarfarbe tut Daria eben dies nicht. Dann begibt sie sich langsam in Richtung des Salons.

28.11 10:47 Harmi Wirsch betritt den Stadtpark, er schreitet den großen Weg hindurch mit schnellem und sicherem Schritt, hat er es doch eilig. Vieles muss noch vorbereitet werden und alle Mitarbeiter, auch er als Chefredakteur, haben eine Menge Arbeit mit den Vorbereitungen für das Winterfest. Dennoch lässt er seinen Blick schweifen. Die Bäume haben schon fast alle Blätter abgeworfen, einzig ein paar Nachzügler prangen noch in den schönen Orange- und Rottönen des welkenden Laubes als wollten sie dem scharfen Herbstwind trotzen. Die Nadelbäume zeigen ihr sattes Grün wie eine Erinnerung daran, wie grün der Park sonst im Sommer aussieht. Auf einer Bank, der Sonne zugewandt, sitzt ein junger Mann, der grüßend die Hand hebt, als Harmi ihm näherkommt. Harmi kneift die Augen zusammen .. muss er den Herrn kennen? Harmi meint, ihn schon einmal gesehen zu haben. War es vielleicht einer jener Spender, die in den Anfangstagen des Kurier Gold für die ersten Ausgaben spendeten? Es ist schon so lange her, aber irgendwie erinnert sich Harmi an den Mann. Nun, wie dem auch sei, der freundliche Gruß hat eine Erwiderung verdient, auch der Zeitungsmann nickt dem Fremden zu, hebt freundlich den Arm zu einem Gruß und geht einen kleinen Schritt langsamer.

28.11 11:05 Contessa Daria della Caravita erreicht dann den Salon ihres Anwesens. Das Feuer im Kamoin hat bereits dafür gesorgt das in dem Raum eine angenehme Wärme herrscht. Die Dienerin legt gerade noch zwei Scheite nach damit das Feuer genug Nahrung hat um nicht zu vergehen. Nach kurzem Überlegen wird dann einer der Sessel am Kamin vorerst als Sitzgelegenheit ausgewählt und entspannt die Beine übereinander geschlagen. Es folgt eine Anweisung für die Dienerin schon mal heißes Wasser für einen guten Kräutertee vorzubereiten.

28.11 11:16 Harmi Wirsch zieht den Kragen seines Mantel höher. Hui, ganz schön kalt der Wind. Dann biegt er aus dem Park ab, direkt in Villenviertel. Er passiert den Palais de Winter, dahinter liegt, das weiß Harmi, weil er schon einmal dort war, ein Gartenpavillion welcher das Atelier der Künstlerin Isabella birgt, jener jungen Dame die öfter Zeichnungen für die Ausgaben des Kuriers anfertigt. Ein paar Schritte weiter sieht Harmi schon die Stadtvilla der Auretanierin. Er hält zügig auf das schöne Gemäuer zu und durchquert den Vorgarten. Am beeindruckenden Portal hebt er den Klopfer und lässt ihn aufs Metall schlagen. Ein lautes "Plong" ertönt und Harmi wartet, dass ihm geöffnet wird, schaut sich derweil um. Ein wirklich schönes Haus. Ein wenig fremd anmutend, weil im auretanischen Stil erbaut, liegt es zwischen Bäumen und Büschen. Selbst jetzt im Herbst gibt es noch fremdartige feuerrot blühende Blüten an einem der Büsche. Sicher auch ein importiertes Gewächs. Erstaunlich, dass es dennoch im diese Jahrszeit noch blüht, denkt Harmi.

28.11 11:23 Spielleiter: Es dauert nur eine kleine Weile ehe dann die Tür sich öffnet und eine der Hausdiener vor Harmi erscheint. "Die Götter zum Gruße. Was ist euer Begehr?"

28.11 11:38 Harmi Wirsch verneigt sich höflich und stellt sich dem Hausdiener vor: "Den Göttern zum Gruße. Mein Name ist Harmi Hirsch, ich bin der Herausgeber und Chefredakteur des Vellhafener Kuriers und die Dame des Hauses, die Contessa, hat uns eine Nachricht zukommen lassen, dass sie unseren Besuch wünscht. Würdet ihr mich bitte anmelden?" Er reicht dem Diener ein kleines Billett, eine neumodische Angelegenheit: Ein kleines festeres Papierkärtchen aus seiner Druckerei mit dem Emblem der Zeitung, seinem Namen und seiner Position bedruckt, auf dessen Rückseite man kleine Nachrichten hinterlassen oder eben einen Besuch ankündigen konnte. Nach einer Idee seines Redakteurs Boktor von Radek hatten alle leitenden Mitarbeiter des Kurier ein paar solcher Karten erhalten.

28.11 11:45 Spielleiter: Die Frau nimmt das Kärtchen entgegen und betrachtet es ganz kurz. Dann tritt sie etwas beiseite und zeigt eine einladende Geste. "So tretet herein. Ich werde sogleich die Contessa von eurem Eintreffen in Kenntnis setzen." Als Harmi dann eingetreten ist schließt sie die Tür und wartet noch damit sie Harmis Mantel entgegen nehmen kann.

28.11 12:02 Harmi Wirsch , froh dem kalten und schneidenen Herbstwind zu entkommen, betritt die edle Empfangshalle, reicht der Hausdienerin seinen Mantel und bleibt dann wartend stehen, sich derweil neugierig umsehend. Sehr prachtvoll, denkt er er. Nur die feinsten Materialen wurden hier verwendet, der Boden ist aus feinstem Steinzeug, die Türen, eine Wandtäfelung und die Treppe aus edelsten Hölzern. Standesgemäß, konstatiert Harmi so für sich.

28.11 12:11 Spielleiter: Der Mantel wird von der Dienerin entgegengenommen und sie verschwindet um den Mantel weg zu bringen und die Contessa zu informieren. Es dauert nicht lange, da ist sie wieder in der Eingangshalle und räuspert sich leise. "Die werte Contessa wünscht euch zu empfangen. Wenn ihr bitte folgen mögt." Dann führt sie Harmi in Richtung des Salons um an der Tür zu klopfen, dann sie zu öffnen. "Eure Durchlaucht, Herr Wirsch für euch." Dann deutet sie Harmi einzutreten.

28.11 12:14 Contessa Daria della Caravita sitzt noch immer vor dem Kamin und blickt nun zur Tür. Ein leichtes Lächeln zeigt sich und die Finger schließen sich um eine warme Tasse in der sich Kräutertee findet. Ruhig mustert sie dann Harmi als jener eintritt.

28.11 12:20 Harmi Wirsch betritt den Salon und geht ein paar Schritte auf die Contessa zu, um sich dann tief zu verbeugen. "Euer Durchlaucht! Dem Göttern zum Gruße. Wie schön euch wohlauf zu sehen, wo doch seit den letzten Herbststürmen die Influenza wütet in der Stadt. Eurer Einladung bin ich doch nur zu gerne gefolgt." Er lächelt Daria gewinnend an und sieht sich dann neugierig um und merkt noch an: "Ein schönes Stück Auretanien habt ihr euch mit dieser Villa nach Vellhafen geholt. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, dort zu verweilen. Nur das Klima spielt nicht mit. Gerade dieser Raum hier lässt mich an goldgelben Strand und das blaue Meer denken, auch an die Pinienwälder, wie es sie in Auretanien gibt, keine Ahnung wieso."

28.11 12:27 Contessa Daria della Caravita neigt ganz leicht den Kopf zur Seite und schmunzelt etwas. "Aphrosia zum Gruße werter Herr Wirsch. Es freut mich das ihr die Einladung angenommen habt." Sie lässt eine kleine Kunstpause. "Ja ich fühle mich hier durchaus wohl. Vellhafen hat natürlich nicht das schöne Klima meiner Heimat, dennoch kann man es sich schön einrichten das man auch den Winter hier möglichst angenehm übersteht." Kurz nippt sie an ihrem Tee und deutet ihm sich doch zu setzen. "Kann man euch etwas anbieten?"

28.11 12:44 Harmi Wirsch nimmt am Kamin Platz. Wie annehm so nahe am Feuer, denkt er, genießt die wohlige Wärme und antwortet auf die Frage fast etwas zerstreut: "Anbieten? Ach ja, einen Tee nähme ich auch."

28.11 12:48 Contessa Daria della Caravita nickt lächelnd und sogleich bringt die Dienerin eine Tasse dazu und füllt jene aus der feinen Kanne. Milch und Kandis stehen auf dem kleinen Tisch zwischen den Sesseln. "Ich habe vernommen das ihr eine große Veranstaltung plant wo ihr durchaus verschiedenste Künste vorführen lassen wollt. Berichtet mir davon etwas mehr."

28.11 12:57 Harmi Wirsch nickt der Dienerin dankend zu und lässt ein paar Stücke Kandis in seinen Tee fallen. Während er andächtig in der goldbraunen Flüssigkeit herumrührt antwortet er der Contessa: " Nun es soll ein Winterfest werden, dass die Sinne betört. Feuerkörbe draußen und viele Kerzen, die die Bürger dann hoffentlich in den Abendstunden in ihre Fenster stellen und ein großes Lagerfeuer in der Mitte der großen Wiese des Stadtparks sollen die Stadt in den Abendstunden in ein schönes Licht tauchen, Gaukler, Schauspieler, Feuerschlucker, Handleserinnen und anderes fahrendes Volk soll das Publikum unterhalten. Es wird einen Wettbewerb geben für die schönste Geschichte, die beste Moritat oder Ballade der Bänkelsänger, ein Turnier in der Arena, ein Trinkgelage für die Seeleute und andere trinkfeste Recken. Und für die Kinder einen Wettbewerb für den schönsten Schneemann, falls bis dahin der erste Schnee in Vellhafen gefallen ist." fügt er noch an.

28.11 13:07 Contessa Daria della Caravita lauscht ruhig und nippt ab und an am Tee. "So sind die Künste die ihr mit jenem Fest die Waffenkunst, die Gaukelei und die der Poeten." Kurz überlegt sie ein wenig schweigend. "Nun. Ich wäre durchaus bereit für die zweite und die dritte Art der genannten Künste euch eine Förderung zukommen zu lassen. Wie viel würdet ihr denn benötigen?"

28.11 13:15 Harmi Wirsch wiegt den Kopf: "Euer Durchlaucht, das lässt sich schwer sagen. Mir ist bekannt, dass der Leiter des Hospitals zur helfenden Hand, dieser Herr Hilfreich, hat mitteilen lassen, dass er uns mit einem vierstelligen Guldenbetrag unterstützen will. Die Zeitung selbst wird auch 2000 Gulden in den Spendentopf packen. Je höher die Summe um so schöner können die Preise für die Teilnehmer ausfallen. ich hoffe ja auch vor allem noch auf Sachspenden aus der Bevölkerung. Dann können wir auch besondere Waffen, Schilde oder Rüstungen ausloben. Oder Wertvolles aus Übersee. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Der Kurier und die Stadt sind euch daher für alles dankbar, mit dem ihr die Gaukler und Poeten unterstützen mögt." Er nimmt erneut einen Schluck des excellenten Tees. "Nebenbei, euer Tee schmeckt wunderbar. Kompliment."

28.11 13:21 Contessa Daria della Caravita schmunzelt leicht. "Es freut mich, dass er euch mundet. Es ist eine sehr feine Kräutermischung aus Auretanien." Dann wird sie ein wenig ernster. "Es ist also frei zu spenden was immer man geben mag, da ihr alles gebrauchen könnt. Zu schade, wenn ihr noch so wenig bekommen habt, daas von etwas nicht schon zu viel vorhanden ist. Die Menschen sollten durchaus mehr bereit sein zu geben für die Unterhaltung, die ihnen dann geboten wird. Ich werde euch auf jeden Fall etwas zukommen lassen. Doch muss ich da erst einmal schauen was in meinem Besitz dafür geeignet ist."

28.11 13:31 Harmi Wirsch lächelt und nickt dankend: "Wie nett und großzügig von euch Contessa. Wir werden im Kurier immer veröffentlichen wer gab und was gespendet wurde, damit jeder sehen kann, ob es noch weiterer Spenden bedarf und vor allem eben auch, dass die Teilnahme lohnenswert ist. Vielleicht ziehen wir auf diese Weise noch mehr Besucher nach Vellhafen. Die Stadtväter und vor allem die Gaststuben- und Pensionsbesitzer wird es freuen, ebenso die Händler. Und das alles ganz abgesehen von der Kurzweil die wir den Besuchern bieten wollen. "

28.11 13:38 Contessa Daria della Caravita schüttelt leicht den Kopf. "Ich glaube nicht, dass ich dort namentlich genannt werden möchte. Es ist wichtiger, dass die Kunst gefördert wird, als das jene sich in den Vordergrund drängen die etwas dafür gegeben haben."

28.11 13:40 Harmi Wirsch fragt nach: "Wahrlich nicht? Ehre wem Ehre gebührt. Es darf doch jeder Leser wissen, dass ihr ein sehr großzügige Person und eine Förderin der Künste und der Künstler seid? "

28.11 13:44 Contessa Daria della Caravita lächelt ruhig und lehnt sich zurück. "Aber ist es wirklich ehrvoll einen kleinen Teil seiner Habe weiterzugeben, um etwas zu fördern woran man sich selbst erfreuen kann? Ist es da nicht schon Lohn genug irgendwann die Ergebnisse der Förderung zu sehen?"

28.11 13:48 Harmi Wirsch staunt immer mehr: "Ihr seid ungewöhnlich bescheiden, Contessa und erstaunt mich bei jeder Begegnung. Gerade die Angehörigen des Adels und insbesondere die der auretanischen Adelshäuser erschienen mir bisher, bitte verzeiht, sehr darauf erpicht darauf, beachtet und bestaunt zu werden. Nicht, dass ich euch so etwas auch unterstellt hätte, hab ich euch doch schon ein klein wenig anders kennengelernt. Dennoch versteht ihr es immer wieder mich zu überraschen."

28.11 13:52 Contessa Daria della Caravita lacht nun leise, aber sehr amüsiert. "Wirklich? Nun vielleicht solltet ihr mal überlegen das gerade jene, die sich im Hintergrund halten, nicht auffallen. Daher kann es durchaus sein das es ein paar sehr hervorstechende Persönlichkeiten besonders auffallen, besonders im schönen Auretanien."

28.11 14:00 Harmi Wirsch lacht, als er bemerkt, was die Contessa meint: "Touché, Durchlaucht. Das sind weise Worte und die meinen waren wohl zuvor etwas unbedacht gewählt. Es ist mir eine Freude mich mit euch zu unterhalten. " Er verneigt sich schmunzelnd vor Daria um sich dann wieder seinem Tee zu widmen.

28.11 14:06 Contessa Daria della Caravita lächelt noch immer etwas amüsiert. "Durchaus. Doch sollte man stehts bedacht sein was das Wort angeht, gesprochen wie geschrieben."

28.11 14:16 Harmi Wirsch trinkt seinen Tee aus und meint: "Ich merke schon, wenn ich es mit einem wachen Verstand zu tun habe. Umso mehr erfreut es mich immer, wenn dieser kluge Kopf auch noch so ausgesprochen hübsch ist. Ihr seid ein Schönheit Contessa, die Vellhafen in jeder Hinsicht bereichert, aber das wisst ihr ja selbst. Es wird jedoch leider Zeit für mich. Meine Sekretärin ließ mich wissen, dass noch ein Berg Arbeit auf mich wartet, schon als ich mich aufmachte zu diesem Besuch. Wir haben in Kürze Redaktionsschluß und ich muss noch die Inhalte der heutigen Ausgabe absegnen. Also seid mir bitte nicht gram, wenn ich schon wieder aufbreche, wir finden beim Fest und danach sicher noch Gelegenheit zu einem angeregten Gedankenaustausch, was meint ihr?" Er steht, ein klein wenig verlegen, auf, ist er doch das Komplimente machen nicht wirklich gewöhnt. Aber es war ihm in der Tat ein Anliegen.

28.11 14:23 Contessa Daria della Caravita mustert ihn ruhig bei seinen Worten und lächelt. Welch schmeichelnde Worte. "Ich habe durchaus Verständnis, dass eure Zeit sehr begrenzt ist, müsst ihr ja jeden Tag aufs Neue etwas zusammenstellen. Daher meinen Dank dafür. dass ihr euch die Zeit genommen habt, mich trotz dessen aufzusuchen für dieses angenehme Gespräch. Wie ich sagte, ich werde meine Dienerschaft einmal eine Inventur machen lassen und euch dann informieren was ich euch dann als Förderung zukommen lassen werde. Einen möglichst geruhsamen Nachmittag euch." Sie schenkt ihm noch ein freundliches Lächeln. Ihre Dienerin steht bereits schweigend an der Tür, Harmis Mantel über den Arm gelegt, bereit Herrn Wirsch zur Tür zu geleiten. "Auf bald dann Herr Wirsch." Und mit einem sachten Nicken verabschiedet Daria sich dann.

28.11 14:30 Harmi Wirsch lächelt die Contessa an bei ihren Worten und entgegnet dann: "Mein Dank gebührt euch Contessa. Er war mir eine Ehre und eine Freude. Euer Durchlaucht. Auch euch noch einen angenehmen Tag. Mögen die Götter euch wohlgesonnen bleiben. " Er verneigt sich noch einmal tief, nimmt den Mantel von der Dienerin entgegen und zieht ihn an, während er der Frau folgt, die ihn nun zum Ausgang bringt. Dann drückt er der Dienerin eine Münze in die Hand, nickt auch jener zu und wünscht einen schönen Tag bevor er das Haus verläßt und sich dem starken Wind, der landeinwärts vom Meer aus eiskalte Luft nach Vellhafen weht, entgegenstemmt und den Rückweg in die Redaktion antritt.

28.11 14:32 Contessa Daria della Caravita genießt den Rest des Tees und blickt gedankenverloren ins Feuer nachdem der Chefredakteur hinausgegangen ist. Ein großes Fest für alle? Es könnte durchaus amüsant werden. Vielleicht, vielleicht auch nicht.«

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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » So 30 Nov, 2014 13:57

Vellhafener Kurier
Extraausgabe vom 08. Weisheitsmond des Jahres 995 nZ


Vellhafen trauert! Arenameister zu Vellhafen, Meister Anselm von Lichtertann, ist tot.

Wie die Redaktion soeben erfuhr ist der Arenameister Anselm von Lichtertann im "Hospital zur heilenden Hand" an Wundbrand verstorben. Je ein Priester der Athos- und Nergaskirche waren anwesend und standen dem Verblichenen bei, als er heute im Morgengrauen seinen letzten Atemzug tat und seinen letzten Kampf, den er gegen den Wundbrand führte, verlor.

Die Beisetzung wird in spätestens zwei Tagen nach einem Gedenkgottesdient auf dem Totenhain des Vellhafener Nergastempel stattfinden. Möge seine Seele in Nergas Hallen ihren Frieden finden.

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Anselm von Lichtertann "Der schwarze Schnitter"


Wie wir bereits berichteten, wurde Anselm von Lichtertann, auch bekannt unter seinem Kampfnamen "Der schwarze Schnitter", während eines Trainingskampfes von seinem Gehilfen Gallus Greifenstein verletzt. Der kleine, zunächst harmlos wirkende Schnitt, wurde von Anselm lachend abgetan. Man trennte sich, Anselm ließ die Wunde von seiner Frau versorgen und wunderte sich erst am Tag darauf, als der Arm sehr schmerzte. Als seine Gattin den Verband erneuern wollte, sah sie, dass die Wunde brandig war und eilte mit ihm ins Hospital. Die dortigen Heiler und Medici kümmerten sich mit allen Mitteln und verabreichten viele Heiltränke, konnten das Leben des beliebten Arenameisters aber nicht mehr retten.

"Das eine Wunde, die sofort sauber verbunden wurde, so schnell brandig wird und sich der Wundbrand derart schnell ausbreitet, habe ich noch nie gesehen. Das kennt man sonst nur von den nicht sesshaften Leuten, die in Ställen oder auf der Straße im Dreck schlafen wenn sie verletzt sind." sagte der verantwortliche diensthabende Medici dazu.

Eigenartig auch: Der Gehilfe Gallus Greifenstein, der dem Arenameister die zunächst harmlose Verletzung zufügte, ist flüchtig. Nachdem er sich in der Hafenkneipe "Plankengänger" mit Bodo von Lichtertann, dem Sohn des Anselm, zunächst betrunken und dann gestritten haben soll fehlt von ihm jede Spur.

Bodo von Lichtertann befindet sich immer noch in der Hafenkneipe, dort erreichte ihn auch die Kunde vom Tode des Vaters. Er ist derart berauscht, dass ein normales Gespräch oder eine Vernehmung durch die Stadtwache bisher nicht möglich war . Der Kurier bleibt aber für seine geneigten Leser am Ball und wird direkt berichten, wenn wir verwertbare neue Informationen über die merkwürdigen Vorgänge der Arenamitarbeiter haben.
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » Sa 06 Dez, 2014 12:53

Vellhafener Kurier
Extraausgabe vom 25. Liebesmond des Jahres 995 nZ


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Berührende Szene auf der Beerdigung des Arenameisters Anselm von Lichtertann.
Sohn bleibt verschwunden.


Zu einer ergreifenden Szene kam es bei der heutigen Beerdigung des an Wundbrand verblichenen Arenameisters Anselm von Lichtertann, wir berichteten. Als der Heimgeholte in die heilige Erde des Nergasackers hinabgesenkt wurde, brach der Sohn des Verstorbenen, Bodo von Lichtertann, zusammen. Von seiner Seelenpein überwältigt, stieß er einen markerschütternden Schrei aus und lief davon. Keiner der anwesenden Trauergäste konnte ihm folgen.

"Wir waren alle wie gelähmt. Alle stehen ja selbst noch unter Schock, das wir unseren Freund Anselm so plötzlich Nergas überantworten mussten. Und das, wegen eines kleinen, harmlosen Kratzers. Eirik, der Sohn von Thorwulf dem Rüstungsmacher, hat Bodo noch nachgesetzt, aber Eirik hat sich beim Sprung über eine Hecke den Fuß verdreht. Er konnte allerdings noch sehen, das eine junge Frau erfolglos versucht hat, Bodo zu bremsen. Sie ist ihm aber weiter nachgelaufen." Soweit Swana von Lichtertann, eine Cousine des Verstorbenen.

Bis zur Stunde bleibt Bodo verschwunden. Auch die noch unbekannte Frau ist nicht wieder aufgetaucht. Der rätselhafte Tod des Arenameisters zieht immer weitere Kreise.

Der Kurier wird weiterhin versuchen Licht ins Dunkel zu bringen. Wir rufen aber unsere Leser dazu auf, bei der Suche nach Bodo von Lichtertann zu helfen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, das dieser, in seinem von Alkohol vernebelten Kopf, für sich selbst zur Gefahr wird. Ein ortsansässiger Geweihter der Licia hat eine Belohnung ausgesetzt für diejenigen, die Bodo von Lichtertann zurück bringen und an das örtliche Hospital, an Adrian Hilfreich überstellen.

Redaktioneller Hinweis: Es berichtete für euch Alba (Beathan) Jorgen


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Spendenliste für das Winterfest

Anonyme Spenderin: 4000 Gulden
Anonymer Spender: Waffe mit Namen und magische Tränke, die dauerhaft Kräfte erhöhen
Adrian Hilfreich: 7000 Gulden
Manli Feuerbein: 6000 Gulden und Besondere Waffen
Iatankirche vertreten durch Lumin Güldenglanz: 100 Gulden
Andrasch Sohn des Argosch: 9000 Gulden und Besondere Waffen
Linah Veelsinck: 2000 Gulden und Besondere Waffen

Der Kurier dankt allen Spendern und Spenderinnen. Die Mitarbeiter haben ebenso gespendet.
Kathrein von Valdec: 4000 Gulden
Harmi Wirsch:4000 Gulden
Auch Alba (Beathan) Jorgen und Radek von Boktor haben Spenden angekündigt.
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » Mi 10 Dez, 2014 10:24

Vellhafener Kurier
Ausgabe vom 05. Ahnenmond des Jahres 995 nZ


Wo ist Bodo von Lichtertann?

Wie wir erfuhren ist die Suche nach Bodo Lichtertann im vollen Gange. Nachdem sich spontan nach der Beisetzung im Nergasacker, auf dem Markt eine Gruppe Bürger und Gäste des Winterfestes zusammenfanden, die dem Aufruf unserer Zeitung folgen und Bodo suchen wollten, haben wir jedoch nur noch wenig gehört.

So meldete die Künstlerin Isabella, dass sie Bodo auf der Lichtung im Wald gefunden hat, als er sich tatsächlich vor lauter Kummer das Leben nehmen wollte. Sie berichtete dem Reporter des Kurier weiter Bodo habe ein Seil an eine Astgabel der Liebeseiche geknüpft und sich soeben angeschickt, sich zu erhängen, als sie ihn einholte.

Bild.
Liebeseiche auf der Lichtung im Wald (mit Strick, an dem sich Bodo erhängen wollte)
Bei der Liebeseiche handelt es sich um einen Baum, unter dem sich die Vellhafener Liebespaare treffen und Herzen und ihre Namen in den Stamm ritzen, daher der Name.


Sie konnte ihn von diesem Vorhaben abhalten, den verwirrten Mann aber nicht wirklich beruhigen. Er hat sich dann auf Isabellas Maulesel davon gemacht und die Künstlerin auf der Lichtung einfach stehenlassen. Dort traf wenig später auch die Gruppe ein, die sich vom Markt aus auf die Suche gemacht hatte. Gemeinsam mit dieser Gruppe folgte die Künstlerin Bodos Spuren bis ins Vellhafener Villenviertel. Dort trennte sich die junge Frau von den anderen Suchenden.

Wie weit dieser Suchtrupp nun mit seinen Nachforschungen ist und ob Leute Bodo tatsächlich auf der Spur sind, konnte uns Isabella leider auch nicht sagen. Nur, dass ihr Maulesel Paco offenbar vom Stallmeister einer auretanischen Adeligen herrenlos gefunden und versorgt worden war. Die Adelige, für die die Künstlerin schon einige Auftragsarbeiten erledigt hat, ließ Isabella am nächsten Morgen benachrichtigen, sodass ihr Paco nun wieder im heimatlichen Stall steht.

Bild
Paco, Isabellas Maulesel, grast wieder daheim auf der Wiese hinter dem Atelier der Künstlerin


Wir werden weiter bemüht sein, unsere Leser mit detaillierten Informationen zu versehen, was das Schicksal des Bodo von Lichtertann angeht.

o o o


Winterfest
zu Vellhafen

Das Winterfest ist im vollen Gange. Abend für Abend beleuchten die Vellhafener ihre Häuser mit Kerzen, Öllampen oder Disasteinen in den Fenstern. Auf den Plätzen sorgen Feuerkörbe und hunderte von Fackeln in Fackelhaltern für eine schöne Beleuchtung und entsprechende Stimmung. An dieser Stelle danken wir der städtischen Forstverwaltung, die das Holz für Feuerkörbe zur Verfügung stellt und regelmässig während der Festtage die Holzdepots, die überall in der Stadt verteilt sind, auffüllen. Wir weisen nochmals darauf hin, dass sich die Bürger, die zu arm sind, ihr Herdfeuer am brennen zu halten, gerne an den Holzstapeln für den häuslichen Bedarf bedienen dürfen. Die Kosten für das Holz wurden durch eine äußerst großzügige anonyme Spende abgedeckt.

Das Podest für die Darbietungen, Siegerehrungen und Ansprachen auf dem Markt wurde errichtet. Wir bitten aus gegebenen Anlass alle Bürger und Besucher Vellhafens dieses Podest nicht als Aussichtsplattform zu mißbrauchen, sondern für die Darbietungen der diversen Künstler freizuhalten. Vielen Dank.

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Podest auf dem Markt nach der Fertigstellung



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Komplettierte Spendenliste für das Winterfest

Anonyme Spenderin: 4000 Gulden
Anonymer Spender: Waffe mit Namen und magische Tränke, die dauerhaft Kräfte erhöhen
Adrian Hilfreich: 7000 Gulden
Manli Feuerbein: 6000 Gulden und Besondere Waffen
Iatankirche vertreten durch Lumin Güldenglanz: 100 Gulden
Andrasch Sohn des Argosch: 9000 Gulden und Besondere Waffen
Linah Veelsinck: 2000 Gulden und Besondere Waffen
Rhallond Daminovicz jun.: 5000 Gulden
Tauriel Klingensänger: 500 Gulden
Raik Eulenfreund: Hochwertige Sachspenden

Die Mitarbeiter haben ebenso gespendet.
Kathrein von Valdec: 4000 Gulden
Harmi Wirsch:4000 Gulden
Radek von Boktor 1.000 Gulden
Anonymer Spender: 9.000 Gulden.

Der Kurier dankt allen Spendern und Spenderinnen. Wir haben im Tempel für alle Spender Kerzen angezündet und allen Götter ihren Anteil an den Spenden gegeben, auf das sie der Stadt Vellhafen gewogen bleiben und das Fest und alle seine Besucher segnen werden.
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Re: Vellhafener Kurier - Aktuelle Ausgaben

Beitragvon Tica » Mo 15 Dez, 2014 21:26

Vellhafener Kurier
Ausgabe vom 20. Herdfeuermond des Jahres 995 nZ

Bodo von Lichtertann aufgefunden. Ermittlungen ergaben: Beim Tod des Arenameisters handelte es sich um Mord!


Zunächst freuen wir uns unseren Lesern verkünden zu können, dass Bodo von Lichtertann aufgefunden wurde. Der Kurier und seine Leser danken hierfür dem erfolgreichen Suchtrupp - siehe auch Extrabericht unten auf dieser Seite . Der Sohn und Gehilfe des verstorbenen Arenameisters Anselm von Lichtertann, war zwar zum Zeitpunkt des Auffindes völlig berauscht, aber nach Auskunft des Medicus Adrian Hilfreich ansonsten körperlich gesund. Allerdings plagen ihn heftige Schuldgefühle bezüglich des Todes seines Vaters.

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Bodo von Lichtertann

Er wurde inzwischen von der Stadtwache befragt und gab ungeheuerliche Informationen preis, die hoffentlich zur schnellen Ergreifung des Mörders führen werden. Um die Ermittlungs- und Fahnungserfolge nicht zu gefährden können wir unseren Lesern noch keine Einzelheiten berichten, werden das aber sofort nach Ergreifung des Mörders nachholen.

Die Stadtwache ist für Hinweise aus der Bevölkerung sehr dankbar.


Suchtrupp belohnt
Direkt im Anschluß an das glückliche Auffinden des lebensmüden Bodo von Lichtertann konnte der Herausgeber und Chefredakteur Harmi Wirsch den Mitgliedern des Suchtrupps die von den Lesern gestifteten Belohnungen aushändigen. Die Teilnehmer bekamen je eine Besondere Doppelstreitaxt, einen wertvollen Platinring und 750 Gulden. Am Tag des Festes zur Wintersonnenwende, dem letzten Tag des diesjährigen Winterfestes werden folgende Personen geehrt werden:
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In der Reihenfolge der Abbildungen:
Konstanze "Det blaue Stanzerl" vom Grünhag, eine riesige Dame mit lustigen Dialekt und dem Herz auf dem rechten Fleck, laut Korbjun ein "Prachtweib",
Gorian" Der Edle" von Norbrak, ein stolzer und äußerst erfolgreicher Arenakämpfer,
Radek von Boktor, ein ein undurchsichtiger junger Mann mit einer Leidenschaft für knifflige Fälle,
Paquadea "Schwarzspeer", eine Mukuewa die sehr umsichtig und erfindungsreich zum Erfolg der Gruppe beitragen konnte,
Lumin Güldenglanz, der kleinwüchsige Geweihte, der immer Sorge hat, dass das Gesetz verletzt werden könnte, aber selbst bis heute versäumte, dem Jonte Silberhaar seine wertvolle Ledermappe mit Angelhaken zurückzugeben,
Borgar "Blitzhand" Angarson, der lustige Norlander mit dem großen Durst, aber einem ebenso großen Herzen,
Niniveh, die blasse Dunkelhaarige, eher still aber durchaus mit einem Auge für die netten Herren, denen man bei der Suche begegnen konnte und
Áine Farnblatt, die rothaarige Halbelfe, die Jonte Silberhaar gerne sehr nah war, aber Bodo von Lichtertann nicht mit elfischem Heilzauber belegen durfte, weil der Banause von Gladiator ihre gute Absicht nicht erkannte und sie von Bodo wegzerrte.
Sie mögen sich auf dem Marktplatz zur Abendstunde am großen Podest einfinden.

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Podest für die Ehrungen dem Markt zu Vellhafen
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