Tommek hat geschrieben:Schön zu lesen. Insbesondere der Werdegang vom Powergamer zum RP-Char

Antamar bietet sich da einfach an mal beides zu probieren.

Danke, stimmt, man kann beides gut machen, und die Welt bietet viel Inspiration für Charakterkonzepte. Gaston oben kam allein daher, dass ich bei meiner ersten Powergaming-Gruppe irgendwann entdecken musste, dass das Riesenschwert die vielleicht beste nicht-artefakt/nicht-besondere Waffe ist, da es von allen Waffen, die noch Finte nutzen können, den höchsten Schaden bei guten Werten macht. Ich bin immer ein Fan wenn riesige (aber schmale) Schwerter in Spielen gut wegkommen, also musste das einfach geehrt werden.
Nr.2 -
Sylvanas

- Sylvanas-reference.png (88.92 KIB) 334-mal betrachtet
---Beschränkungen und Anmerkungen---
- Nicht so streng beschränkt wie Gaston, aber besonders am Anfang hatte ich mich RP gezwungen komplett ohne Lehrmeister auszukommen. Lernen sollte sie vom Überleben im Dschungel und Reise alleine, bis Pflanzenkunde mindestens 12 erreicht hatte. Außerdem musste aller Talenterwerb auch in das RP Konzept der Alterung von 1 Jahr pro 10k EP passen, also bestimmte Meilensteine mussten entweder erreicht oder durften noch nicht erreicht werden.
- Talente müssen sonst dem Abenteurer-Profil entsprechen. Alles, was die Wildnis braucht, + später noch Archäologie, Legenden, Historie. Die wahre Einschränkung ist diesmal, dass nicht einfach in jeder Stadt alles gelernt werden darf. Es muss in der Geschichte Sinn ergeben. Auch das Anwachsen von Kampftalenten ist mit Meilsteinen in ihrem Alter abgestimmt.
- Als eine kleine weitere Einschränkung muss Steigerung von Nahkampf-Waffentalenten gleichmäßig passieren, da es mehr generelles Kampfgeschick repräsentieren soll. Wenn sie "Meister" ist, dann muss sie meisterlich in allen genutzten Waffenarten sein. Das wären Raufen, Speere, Hiebwaffen, Schwerter und Zweihandschwerter gleichzeitig. Speere wird allerdings ab 22 etwas abgehängt, und Raufen wird eventuell durch Etarak ersetzt.
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Sylvanas - Antworten der Uhrwerk Krypta(Startalter 10 + 1 Jahr pro 10k EP)
Alter 10:In der harten Welt von Wiesczarna stoppte das Gesetz des Dschungels nicht vor Stadt. Von allen Einwohnern wurde eine gewisse Stärke, und ein ständiger Widerstand gegen die allgegenwärtige Bedrohung von Natur und Mitmensch gefordert. Eine ohnehin schon unbarmherzige Welt, die Sylvanas als ausgestoßene Waise auf den Straßen Drakhuns mit doppelter Intensität erfuhr. Kaum jemand in ihrer Situation überlebte das erste Jahr, doch Sylvanas tat etwas anderes. Wenn die Stadt nicht bereit war Lebenskraft zu teilen, musste sie eben wie ein Tier im vor der Stadt erwachsenen Dschungel danach jagen. Hier waren die Gefahren größer, aber hungern würde sie auch nicht müssen.
So lernte sie in ihren ersten Monaten nicht nur sich weitestgehend durch Fischfang und Sammlertätigkeiten selbst zu versorgen, sondern fand hin und wieder ein paar kuriose Dschungelfrüchte, deren Beschaffung für viele zu riskant schien und sich deswegen in Drakhun mit für eine Waise enormen Preisen verkaufen ließ. Sie hatte ihre Niesche gefunden, und war alsbald als lokale Dschungelführerin angesehen.
Ein Fund an einem besonderen Tag während einer ihrer allerersten Exkursionen, sollte zudem ihr Schicksal maßgeblich beeinflussen. Sie begegnete einem der erschreckenden Zombies, die dank der Experimente der lokalen schwarzen Magierakademie leider keine Seltenheit waren. (man floh vor oder erschlug hier etwa einen alle 2 Wochen) Dieser hier schien jedoch ein ausländischer Söldner gewesen zu sein, und trug einen dschungel-verrotteten Zweihänder bei sich. Überglücklich endlich eine metallene Waffe zu besitzen, nahm sich Sylvanas vor diese zu restaurieren. Da hierfür nur eine Schmiede infrage kam, die sich mit ausländischen Waffen auch auskannte, begann so ein neues Kapitel: Die Wanderung um die Inseln von Wiesczarna.
Wiesczarna mag unerbittlich und grausam gegenüber den Schwachen sein, und deswegen unmenschlich und unzivilisiert wirken, aber diese grundlegende Philosophie hatte auch eine güldene Kehrseite: Stärke wurde respektiert. Sylvanas, die durch ihren Wagemut und Einsatz einen für ihr Alter erstaunlichen Erfolg und Expertenwissen vorzuweisen hatte, genoß nun Ansehen und die Rechte eines freien Menschen. In einer wahren Meritokratie mochten die Schwachen wie Sklaven oder schlimmer behandelt werden, doch die wahrhaft Kompetenten waren wirklich frei und ungebunden von künstlichen kalzifizierten Machtstrukturen wie Adel oder Herrschaft der größten Gang oder Militärmacht.
Nach längeren Reisen mit dem Fischkutter über die Inseln, und deren weitestgehender Erkundung, erreichte Sylvanas schließlich die Restauration des Zweihandschwertes in Coral. Auf den Anblick der edlen Waffe hin wurde ihr schnell klar, dass sie dieser nicht gerecht werden konnte. Der mittellandkennerische Schmied sah ihr bei ihren Schwüngen zu und erwähnte in Erstaunen, dass sie klare Anzeichen von Eignung zeigte: Kraft an den Gelenken, Schwungausgleich, mitziehendes Körpergewicht und Bewegungsinstinkte. All das hätte sie als 14 bis 16 jährigen Mann in eine Kriegerakademie geführt, aber an einem 10 jährigen Mädchen wie ihr verhieß es seinem Wort an nichts anderes als Sensationstalent.
Da auch Sylvanas mit dem Heft in ihrer Hand die Faszination für die Waffe spürte, und nach der Erkundung der Inseln ihr Hunger nach der Entdeckung der mittelländischen Kultur gewachsen war, nahm sie sich vor eine weite Reise anzutreten und weiter im Westen den Schwertkampf zu erlernen.
Dies führte sie zunächst zu der ehemaligen Mittellandkultur Kolonie Nova Cataia. In der hiesiegen Kampfarena war nach der Revolution kaum noch Aktivität zu verspüren, aber ein einsamer Rekrut und ein Lehrer im Hintergrund versuchten immer noch die mittelländische Kampfweise am Leben zu halten. Vermutlich gerade wegen der kulturellen Erosion allerdings, war der Meister zunächst nicht bereit ihr, -einer weiblichen Wiesczarnerin-, irgendeine Form von Ausbildung zukommen zu lassen. Erst nachdem Sylvanas ob ihrer ständigen Ausfragungskampagnen in der Stadt mehrfach im Gefängnis landete (lernt Gassenwissen bis 12), sah er sich schließlich in der Pflicht wenigstens die nötigste Form und korrekte Körper- und Waffenhaltung beizubringen um als trainierte Miliz durchgehen zu können. (1H+2H Schwerter FeW 6, Hiebwaffen 6, Speere 6, Aufmerksamkeit, RG I) Folgend veranlasste den Lehrer die Beobachtung und Anerkennung von Sylvanas' Einsatz und Talent wohl dazu, ihre Ausbildung, zu der er sich selbst nicht durchringen konnte, wenigstens anderen zu überlassen. So verwies er sie auf einen weiteren südkontinentalen für sie geeigneten Musterungsplatz des mittelländischen Kampfstils: Das blühend fruchtige Rashed Reprim, wo der lokale Anführer eine Kultur des internationalen Austauschs befürwortete und wo sich folgend auch in der Waffenphilosophie mehrere gesonderte Schulen angesiedelt hatten.
Alter 11:Sylvanas verlor das Objekt ihrer Inspiration, - den alten Zweihänder -, schicksalhafter Weise an etwa derselben Stelle, an der sie ihn ursprünglich entdeckt hatte: In den nahen Dschungeln leicht westlich von Drakhun, während einer kurzen Rückreise. Als ideologisch überzeugte, und von dieser Kultur geförderte Wiesczarnerin, konnte sie dem hühnenhaften, schwarz gepanzerten mittelländischen Ritter, der ihr die Waffe abnahm, jedoch nichts verübeln. Nicht nur, dass er das Recht des Stärkeren in Anspruch nehmen konnte; gleichzeitig war sie auch noch viel zu sehr mit seiner realen Demonstration der korrekten Kampfweise mit derselben Waffe beschäftigt, die sie faszinierte.
Sylvanas nahm sich also stattdessen vor etwas extra zusammenzusparen, und sich auf des Lehrers von Nova Cataia's Hinweis hin bei dem mittelländischen Versorger im sagenumwobenen Al'Paq bei ihrer zukünftigen Reise eine wirklich personalisierte Waffe herstellen zu lassen. Auch an der ritterlichen Rüstung sollte es nicht fehlen. Unfassbar, dass diese reiche Kultur existierte, in der die Krieger nicht nur die Spitze eines Speeres, sondern gleich ganze Waffen und Kleidungen aus Metall fertigen und damit kämpfen lernen konnten.
Nachdem sie nach viel Gewissenhaftigkeit eine für ein so junges Mädchen unerhörliche Summe an Gulden erspart hatte, unternahm sie also endlich die lange Reise, zunächst nach Al'Paq, um sich angemessen auszurüsten.
Da Rashed Reprim auf leicht abweichender Route auf dem Weg lag, ließ es sich Sylvanas nicht nehmen einen kurzen Besuch abzustatten und ihre Neugier zu befriedigen. In der Tat hatte der Lehrmeister in Nova Cataia nicht gelogen, und obwohl fast nur einheimische Abajaiden hier trainierten, gab es Lager, in denen ausschließliche westliche Kampfstile einstudiert wurden.
Die Weiterreise nach Al'Paq war lang und die in den verwilderten Tropen aufgewachsene Sylvanas lernte zum ersten mal eine naive Idee von zivilisierten Ländereien kennen, wo alle paar Meilen eine Ortschaft zu finden war, und es immer eine Straße gab, der man folgen konnte. Faszinierend, dass man kaum noch die eigenen Sinne gebrauchen musste, mit all den Schildern und Ansiedlungen und Wanderern überall, die man fragen konnte. Obwohl sie in Dörfern manchmal soweit sie es verstand ein Jammern über wilde Tiere hören konnte, erschien ihr die Wildnis hier kaum mehr gefährlich als ein kultivierter Garten.
Jedoch gab es auch eine neue Gefahr, die Sylvanas schon erahnt hatte: Ebenso wie sie in Drakhun in die Wildnis getrieben wurde, erwies sich auch hier andere Menschen als die gefährlichsten Raubtiere; und es gab so viel mehr von ihnen. Die weit höhere Bevölkerung des kultivierten Sultanats brachte Wegelagerer und Verrückte mit sich, sodass schon auf dem Weg nach Al'Paq Sylvanas von ihrem Ersatzschwert Gebrauch machen musste, um sich gegen einen wahnsinnigen Messerstecher zu erwehren, der sie ernsthaft aus reinem Vergnügen umbringen wollte. Mit etwas Zufriedenheit musste sie aber feststellen, dass sich das Training gelohnt hatte, und sie sich bereits ganz gut durchzusetzen vermochte, aber andererseits war hiermit aber auch eine neue Grenze überschritten, die früher oder später auf ihrem Pfad hätte überschritten werden müssen: Die erste Tötung eines Menschen.
Alter 12:Das Treffen mit dem Meisterschmied in Al'Paq war einleuchtend, da Sylvanas hier eine weitere Person fand, die sich in mittelländischer Kultur und insbesondere deren Militärtradition gut auskannte. Hinweise über Taktiken, die sie verfolgen sollte, führten sie dazu neben der Waffe endlich auch ein von ihr seit lang beliebäugeltes Rüstungsset zu kaufen. Echte vollmetall Platten schützten nun ihre vitalsten Punkte, und die verrußte Schwärzung zusammen mit gotisch goldenen Verzierungen und anderen dunkleren Rüstungsteilen, ließen sie wie ein Kamerad des schwarzen Ritters aussehen, der sie vor Drakhun niedergestreckt hatte. So kam sie sich pünktlich zu ihrem Geburtstag wie in ihrer Version einer Prinzessinenfantasie vor.
Obwohl die Rüstung teuer war, war das wahre Prunkstück natürlich das Schwert. Mit Vertrauen in seine relative Unzerstörbarkeit, wurde es vom Schmied mit ebenso vielen verschwenderischen Griff- und Parierstangenverzierungen versehen, wie auch die Rüstung zuvor. Die noble Kombination von Schwarz, Gold und Silber sollten die Farben werden, mit denen sich Sylvanas auch selbst identifizieren würde. Ein Name musste für das Schwert her, aber Sylvanas fühlte sich dem Meisterstück noch nicht würdig genug, um eine solche Geste der Beherrschung auszusprechen.
Es ging also zurück nach Rashed Reprim, wo Sylvanas endlich eine solide Grundausbildung bis zur Soldatenbefähigung absolvierte. (FeW->12 in 1H+2H Schwerter, Hiebwaffen, Speere und Raufen) Die lokale mittelländische Kampfgruppe wurde allerdings hauptsächlich von Abajaiden Absolventen aus zweiter Generation geprägt, und so erteilte man Sylvanas schnell den Rat ihr Talent lieber noch getreuer in einer der nahen tatsächlichen Kolonien des Mittellands unter deren tatsächlicher Armee zu kultivieren.
Sylvanas war über diesen Hinweis zunächst verduzt. Wenn eine militarisierte Kolonie nur wenig weiter weg existierte, warum hatte der Lehrmeister in Nova Cataia sie dann nach Rashed Reprim geschickt? Hatte es etwas mit dem Fall von Nova Cataia zu tun? Aber der Lehrmeister war doch ein Loyalist gewesen, so dachte sie.
Die vorfreuliche Begeisterung angesichts der Möglichkeiten war jedoch zu überschwänglich, um diesen eigentlich sehr notwendigen Gedankengang zuende zu verfolgen. So gelangte Sylvanas über ein Schiff des Welthafens in Kalibah nach Lapis, einer mittelländischen Festung und Kolonie auf einer tropischen Insel, fast identisch zu ihrer Heimat bei Drakhun. ...Und schnell musste ihr klar werden, warum die Reise zu den Kolonien nicht der beste Rat gewesen war. Menschen wie sie, Freie aus dem wilden Südland, waren hier nicht gerne gesehen.
Kaum war sie im Hafen von Bord gegangen, wurde sie als einzige Passagierin beiseite gezogen und mehrfach unsinniger Fragen unterzogen. Oft wurden ihr Fragen über Namen gestellt aus einer Sprache, die sie gar nicht kannte. "Stehst du mit De'Vailette im Bunde?", "Sagen dir die Kor-Sachsen etwas?", "Die Waffe habt ihr doch der Gallerie du Pont abgenommen!". Dass ein 12 jähriges Mädchen genug Befähigung besitzen konnte allein versorgend reisen zu können, schien den Soldaten komplett unplausibel.
Da Sylvanas' Fähigkeit sich in der Zivilisation behaupten zu können ohnehin schon kaum entwickelt und nun von einem erneut aufflammenden Kulturschock zudem besonders gelähmt war, konnte sie einfach nicht widerstehen und schrie und drohte eventuell dem übergrifflichen Militär. So landete sie vom Hafen direkt im Kerker, - schon wieder -, anscheinend jedes Mal, wenn sie mit dem vom ihr verehrten Mittelland in Berührung kam.
Die Befragungen hörten auch hier nicht auf. Von dem, was Sylvanas über viele Auseinandersetzungen mit Verhörern und dem Belauschen der Kerkerwachen ausmachen konnte, wurde die Gegend von Piraten geplagt, die sich aufgrund der hervorragenden Fruchtbarkeit und Wilde des Landes praktisch überall sesshaft machen oder unauffindbar umherziehen konnten. Die Armee und speziell die Festung Lapis war damit beauftragt die Verluste durch Raubzüge in Grenzen zu halten und auf den Inseln langsam die Idee der Zivilisation durchzusetzen.
Trotz ihrer widrigen Umstände, hatte diese Erkenntnis eine plötzliche beruhigende Wirkung auf Sylvanas, die ihr bisherige Verzweiflung und Desillusionierung mit einem Schlag bannte. Die Armee hatte Grund sie für verdächtig zu halten, da besonders unschuldig aussehende Passagiere wie Kinder auch nicht selten als Spione für die Piratenklans eingesetzt wurden, von denen bekannterweise zu jeder Zeit dutzende in Lapis residierten.
Aber das war noch nicht der Grund. Stattdessen war sie hier in Lapis auf poetische Weise auf den Kern ihrer eigenen Reise vorgedrungen: Die zwei Weltwege; den Aufprall von Zivilisation und Anarchie. Was war besser, was passte zu ihr? Wenn irgendwo, hatte sie vielleicht hier die beste Chance sich ein umfassendes Bild zu machen.
Und es begann mit einem Wechsel im Denken.(IQ->12) Nachdem sie endlich die Motivation des mittelländischen Militärs nachvollziehen und dessen Sicht auf sie selbst nachvollziehen konnte, bot sie dem oft in ihren Verhören erscheinenden Obristen etwas an: Ob die Armee nun an ihre Unschuld glaubte oder nicht war einerlei. Fakt ist, sie machte als Kind, -und insbesondere als intelligentes und fähiges Kind-, eine exzellente Spionin. Lapis hatte Probleme mit verdeckten Piraten Akteuren, und solange Sylvanas versprach die Stadt nicht zu verlassen, würde sie dabei helfen diese ausfindig zu machen.
Dies traf in der Tat den Kern der Motivation des Obristen, der in einer stark umwallten Stadt wie Lapis kein Problem damit sah ihre Zelle etwas zu erweitern und sich zu höherem Zwecke nützlich zu machen. "Die Haifischjagd mit dem Hering", wie er sagte. Sylvanas arbeitete fortan als Informantin, und gelegentlich als Diebin bei der Beschaffung von relevanten Beweisen.
(Gassenwissen->18, Grundkenntnisse 6+ für erste Gesellschaftstalente wie Menschenkenntnis, Überreden, Verkleiden)
Ein weiterer sehr willkommener Nebeneffekt war, dass sie Zugang zu den Barracken hatte, und obwohl sie nicht wie ursprünglich gewünscht unterrichtet werden konnte, erkannten die hiesigen Soldaten ihre Bemühung um korrekte mittelländische Kampfkunst an und erklärten sich mehrfach bereit mit ihr die Grundwaffen in echten Auseinandersetzungen mit nachfolgenden Tipps zu üben. (FeW->14 in 1H+2H Schwerter, Hiebwaffen, Speere und Raufen)
Zufrieden stellte Sylvanas auch hier fest, dass sie bereits seit langem auf dem richtigen Weg war, und trotz ihrer Jugend einen würdigen Gegner in Geschick aber auch Stil für einfache wehrpflichtige Soldaten darstellte, - wohl aber noch längst nicht für die wirklich professionellen Berufssoldaten der Spezialeinheiten. Ihre Begeisterung für den Kampf und mittelländische Tradition wurde über die Zeit so offensichtlich, ja sogar vorbildlich, dass sie nicht nur Stück für Stück den Status eines Barrackenmaskotchens annahm, sondern auch immer offensichtlicher in den Augen der Offizieren ihre Unschuld bewies.
Unmöglich dass all die Begeisterung immer gespielt sein konnte. Unmöglich dass eine anscheinend geborene Patriotin eigentlich ein Spielstein der Piratenklans war.
Und so kam es, dass der Obrist sich nicht erwehren konnte sie mehr und mehr als Segen zu begreifen. Ihre Informantendienste waren drittklassig, aber zweifellos nützlich. Doch Moral in der Garrison und sogar Ehrgeiz waren nie höher gewesen.(Denn niemand wollte dem jungen Mädchen unterliegen; weder im Kampf, noch Patriotismus) Ein letztes Mal zitierte der Obrist Sylvanas zum "Verhör", ließ sie ihre Geschichte noch einmal vortragen. Kommt aus der Gesetzlosigkeit; Will die Zivilisation sehen; Begeistert von Bauten, Schiffen, Maschinen, und all dem Metall, und dass man lernen kann damit zu kämpfen.
Mhm, mhm, er hatte es oft gehört, aber jetzt glaubte er es. Mit schwungvollem Arm beendete er ihren Dienst bei der Festung, indem er sein Siegel auf ein Dokument setzte, dass ihr vorläufiges Abschiedsgeschenk sein sollte. Trotz ihrer unerhörlichen Jugend hatte Sylvanas einen Marque Titel erworben, der sie autorisierte im Namen der Garrison frei zu reisen, und sich in gewisser Weise als Söldnerin oder unter Umständen der Piratenjagd auch als Akteurin der mittelländischen Armee auszuweisen.
Alter 13:Die persönliche Empfehlung des Obristen bahnte Sylvanas den Weg für die Teilnahme an einer Expedition mit einer Söldner gefüllten Fregatte entlang der östlichen Insel und Neu Unfalat. Dort angekommen stellte sich der Gouverneur allerdings als alles andere als ein Edelmann heraus, und schnell erahnte Sylvanas den Grund, warum nur Söldner anstatt echte Marinesoldaten in diese Region entsandt wurden. Obwohl es ihr vor Antritt der Reise schien als ob der Obrist ihr endlich vertraute, sprach diese Entwicklung womöglich dafür, dass er sie immer noch als Teil einer Zwielichtklasse - teils zivilisierter Kombatant, teils anarchistischer Glücksritter ansah. "Man darf Zivilisationsmenschen wirklich nicht unterschätzen" ging es ihr durch den Kopf, insbesondere die Anführer und Entscheidungsträger dieser Systeme.
Falls diese Einschätzung stimmte, hatte der Obrist natürlich völlig Recht. Ihre Faszination für mittelländische Kultur und Errungenschaften galten lediglich deren Existenz und Wunder, nicht der Sache selbst. Auch der Hauptmann und Kapitän der Söldnergruppe schien diesen Umstand zumindest teilweise zu durchschauen, als er sie vom Tageshandwerk der Menschenjagten des Gouverneurs ausschloss und stattdessen als zusätzliche Leibwache für das wahre Handelsgeschäft der Region eintraute: Das Hehlen mit der Beute.
In Neu Unfalat liefen viele Schiffe an, darunter eine verdächtige Anzahl mit Flaggen von Handelskompanien, von denen niemand jemals gehört hatte. Zur Überraschung von Sylvanas stellte sich die mit dem Segen der Südflotte entsandte Söldnerfregatte ebenfalls als ein ähnlicher Kunde heraus, beauftragt anscheinend Teile äußerst wertvoller Beute unter Austausch eines "Trostpfands" für ihre ursprünglichen und missenden Besitzer wiederzubeschaffen. (und bei weiteren Geschäften wegzusehen)
Mittels eines zweiten, vom Gouverneur gestellten Schiffes nahm Sylvanas mit einer kleinen elitären Untereinheit nun Teil an einer solchen Wiederbeschaffungsmission Richtung eines der größten Piratenhorte der Südinseln. Unter der codierten Flagge des Gouverneurs waren Anreise und Einlass risikofrei, da die Piraten wussten, dass diese Route ihre persönliche Versorgungsader und tatsächlicher Goldtausch war.
Sylvanas' Verbindung zum Hauptmann war unterdes von genug Vorsicht geprägt, trotz des unsäglichen Vertrauensvorschusses taktisch nicht zu viele Fragen zu stellen. Angekommen in der wandernden Piratenfestung allerdings, war es offenbar ihre Mission sich als umgekehrte 'kindartige' Spionin wieder unter die Piraten und Südländer zu mischen, mit denen sie ob ihrer Herkunft bequem umzugehen vermochte. Dem Hauptmann war es wichtig eine gewisse Warenliste abzuarbeiten, und zuvor den Bestand, Ort und Umstände der Güter zu ermitteln, was Sylvanas die Chance gab gleichzeitig auch ein paar andere dringende Fragen zu stellen.
Anders als das anarchistische Drakhun mit seiner von der magokratischen Elite geprägten Natur, waren die Piraten der Südinseln obwohl teils Abajaiden, hauptsächlich ebenfalls mittelländisch geprägt, denn nur dort existierte die notwendige Navigationstechnologie, um bei diesen Reisen langfristig genug sicher zu bleiben. Sylvanas brannte zu erfahren, wieso dieselbe hartgesottene, piraten-paranoide Südflottenmarine plötzlich offensichtlich an den Geschäften derselben teilnehmen konnte.
Der Grund lag bereits seit Wochen in ihren Händen: Der Marque Titel war ausgewiesen auf das Kaiserreich. Die mittelländische Zivilisation war jedoch kein Monolith, und tatsächlich gab es mindestens drei größere und einige weitere kleine kulturell mittelländische Nationen, die allesamt um Territorien, Ressourcen und Reichtümer der Südinseln stritten. Da sich jedoch keine dieser Interessenten über ferne, grenzenlose Regionen in kostspielige Landkriege daheim verwickeln lassen konnte, wurde der Konflikt inoffiziell geführt.
Als Sylvanas in einer der Spelunken genug Vertrauen in das Etablissement empfand um ihren Marque Titel zu erwähnen, brachten einige der Patronen lachend ihren eigenen Marque Brief hervor. Ja, der Titel ermächtigte zur "Piratenjagd", aber eigentlich besagte er im Detail, dass eine Gruppe hiermit autorisiert war "Gegenangriffe und andere Maßnahmen der Vergeltung für Übergriffe" durchführen zu können, was eigene Piraterie durch 'Vergeltung gegen feindliche Handelsmächte' ebenfalls mit einschloss. In Wahrheit ermöglichte dieser Brief also erst das Problem, das er auf den ersten Blick lösen sollte, und bewirkte noch mehr: Der Krieg der Nationen um die Kolonien erreichte hierdurch niemals das Niveau eines offenen Konflikts. Die Inhaber der Titel waren keine Agenten der Kronen, sondern weiterhin Privatpersonen, deren Tätigkeiten bei Notwendigkeit jederzeit denunziert und abgestritten werden konnten.
Erstaunt musste Sylvanas entdecken, dass selbst die Piraten zum überwiegenden Teil alles andere als nur Glücksritter und Außenstehende der Zivilisation waren. Die großen Reiche hatte eine Methode gefunden Krieg zu führen, ohne Krieg zu führen, indem sie die anarchischen Teile selbst in das System eingliederten und an paradoxiegesponnene Marionettenfäden legten.
Und als solche waren natürlich alle zivilisierten Mächte, inklusive der Marine in Lapis im Piratengeschäft tätig. Man mochte dort lediglich keine "anderen" Piraten.
Ihr kam das Bildnis einer Maschine zu Gedanken, in der noble, stählerne Zahnräder mit ein paar Rädern aus Bambus und Holz zusammenwirkten. Anscheinend fand sich dieselbe Barbarei, - das Ringen und Ausspielen das Recht des Stärkeren -, auch in den zivilisierten Mächten wieder; dasselbe Spiel nur auf mysteriös erreichtem höheren Niveau.
Sylvanas war glücklich. Ihr Horizont erweiterte sich wortwörtlich über das Meer in diesem überraschenden Zuwachs an Weltverständnis. Sie hätte es als ein starkes Empfinden des Erwachsenwerdens beschrieben, wenn sie nicht zahllose Erwachsene kennen würde, die niemals über den Rand ihrer Schuhsohlen hätten hinausblicken können, und von alledem niemals etwas wissen würden.
Weiterhin erahnte sie, wovon Herrscher und Nobilität ihr eigenen Überlegenheitsempfinden ableiten mochten. Hatte nach Sylvanas' eigenen Ethik zufolge Menschen mit überlegener Einsicht, - einer Form von Stärke -, nicht das Recht diejenigen zu manipulieren, die diese Prozesse nicht durchschauen konnten?
Aber sie war immer noch 13, und wusste zu wenig. Den Anzeichen nach, würden noch zahlreiche weitere weltumstoßende Einsichten dort draußen lauern. Sie sollte mehr Aufmerksamkeit darauf lenken, den als Weisen empfundenen zuzuhören.
Nachdem Sylvanas ihren Auftrag fehlerfrei abschließen konnte, bat sie den Hauptmann in der Festung verbleiben zu können. Diese Anfrage schien auf keinerlei Überraschung zu stoßen und wurde mit einem Lächeln und leichter Entlohnung bewilligt. Erneut war ihr, als hätte man sie komplett durchschaut. Der Obrist schien zunächst wenig fähig, da er sie offensichtlich fehlerhaft als einen Teil der Piraten eingeschätzt hatte, aber nun war sie auch darüber nicht mehr sicher. Immer mehr zeichnete sich ab, dass die wirklich Weisen imstande waren mehrere Schritte im Voraus zu sehen, und auch falsche Fehler in ihre Pläne miteinzubeziehen war sicher nicht außerhalb des Möglichen, nein sogar nach Sylvanas' eigenem Verständnis die erste Sache, die sie in einer Täuschung verwenden würde, wäre sie zum gleichen Denken fähig. Erstaunlich dass Menschen ihren Verstand so kultivieren konnten, als wäre es auch nur ein trainierbarer Muskel.(IQ->14) Mit dem Unterschied natürlich, dass ein Training in Einsamkeit hier unmöglich war, und stattdessen Stress durch die Anforderungen der Welt selbst benötigte.
Sylvanas hatte nun bereits ein paar Freunde vor Ort und erfuhr schnell von einem Platz, an dem sich viele kampfeslustige Gestalten aus aller Welt trafen um sich - anscheinend ohne Regeln - testweise zu duellieren. Da hier sowohl der mittelländische Stil, als auch eine Aberration desselben in eine sehr praxistaugliche Echtkampf Realität vorherrschte, war es ihr natürlich unmöglich dem Reiz der Gelegenheit sich zu Entwickeln zu widerstehen.
Zahlreiche kompromisslose säbelschwingende Matrosen später, hatte sie durch überwiegende Siege ihren Veteranenstatus und Respekt zementiert. (FeW->16 in 1H+2H Schwerter, Hiebwaffen, Speere und Raufen)
Kurz darauf fand sie sich verbunden mit einer elfischen Piratenoffizierin, die ebenfalls in einer ähnlichen Situation wie sie zu sein schien, - nur einige Jahre weiter voran. Auch sie kam von außerhalb der menschlichen Zivilisation und fand ihren Anschluss hauptsächlich durch die etwas offeneren Tore der 'Geduldeten'. Durch tägliche Duelle mit dieser Meisterin verschiedener Waffen erreichte Sylvanas Einsicht in aller Art nützlicher unkonventioneller Kampfweisen der Piraten, die vor allem für Personen mit nachteiligem physischen Aufbau aber hoher Beweglichkeit wie sie und die Elfin gut geeignet waren.(FeW->18 in allen 5 Stilen über das eigentliche Ziel hinaus)
Die Situationsverwandschaft zwischen ihr und der elfischen Offizierin, hier an diesem bemuskelten Raufbold reichen Ort, führte zu Kommunikation über zahlreiche andere Teile der Welt, von denen Sylvanas bisher noch nirgends etwas gehört haben konnte. Elfen schienen zum Beispiel ein separater doch gleicher Bestandteil des Kaiserreichs der Mittelländer zu sein, und waren auch sonst mit allen anderen Königreichen und der allgemeinen mittelländischen Kultur tief verbunden. Ähnliche auf Beweglichkeit basierende Kampfstile sollte es außerdem in den Reichen des fernen Ostens geben, die von vielen als die Besten oder zumindest Motiviertesten in Sachen Schwertkultur anerkannt wurden.
Die Offizierin verriet ihr, dass sich bei diesen außerdem sehr von Seefahrt geprägten Kulturen oftmals Rekruten für die hiesigen Piraten einfanden, gab ihr aber auch zu verstehen, dass sie für den Gegner, den sie im Sinn hatte, noch nicht bereit war.
Derweil braute sich für Sylvanas eine weitere Lebenslektion zusammen. Bisher hatte eine Kombination von Patronenschutz der Schmuggler, offiziellem Mark der Südflotte und einer generell beeindruckenden frühreif dreisten Kompetenz ihr den nötigen Respekt verschafft, um sich in diesem Hafen der gesetzlosen Freigeister als 13 jährige mit ein paar Freunden sicher zu bewegen. Ihr weiterer Zuwachs an Kompetenz durch die zahlreichen gewonnenen Kämpfe, hatte jedoch einen überraschenden Nebeneffekt, beziehungsweise ein Kippmoment erzeugt: Unter den Piraten galt auch das Gesetz der Neider. Bis zu einem bestimmten Moment führte Erfolg zu Respekt, aber überflügelte man das Mittelmaß zu weit, entstand Druck durch diejenigen, die wussten, sie könnten ihren eigenen Selbstzweifel Frust ganz einfach durch Menge wettmachen, und sich "rächen". (später sollte sie lernen, dass diese Geste unter Gelehrten als "Korsaren-Sozialismus" bekannt war)
Im Allgemeinen war dies der Punkt, an dem die Besseren der Piratengesellschaft auf natürliche Weise den Schutz durch eine größere Gruppe, Bande oder Crew suchten, doch Sylvanas war zu unabhängig, und ahnte als Zivilisationsfremde nichts von dieser sozialen Mechanik.
So kam es, dass sie eines Tages auf einer kleinen Schifffahrt von einer Gruppe derselben Piraten ins Visier genommen wurde, deren Mitgliedern sie einzeln bereits am blutigen Strand die Niederlage serviert hatte. Trotz des Überfalls herrschte immer noch ein gewisser Grundrespekt, oder vielleicht auch ein Gefühl des Jugendschutzes(?), und so zwang man Sylvanas lediglich zu einem zähneknirschenden Eingeständnis der Niederlage und dem aushändigen ihres außergewöhnlichen Langschwertes. Es war ihr ganzer Stolz, - sie hatte ihm noch immer keinen Namen gegeben.
Sylvanas verbrachte den Rest der Schifffahrt damit zu sinnieren, was falsch gelaufen war. Das sie den Schutz von anderen gebraucht, oder weniger auffällig hätte vorgehen sollen, waren zwar Gedanken, die sie berührten, aber die sie in ihrem Stolz noch nicht zulassen wollte. Eigene, überwältigende persönliche Stärke war ihr Ideal. Das Recht des Stärkeren, selbst gegen eine Mehrheit.
Sie musste besser werden. Eine verführerische Schlussfolgerung, die die anderen, ihr nicht so attraktiven, verdrängen konnte, war dass sie offensichtlich immer noch keine formale Ausbildung in dem von ihr idealisierten mittelländischen Stilen absolviert hatte. Offensichtlich hätte sie sich erwehren können, wenn es anders gewesen wäre.
Da also das Zurückkehren in den Piratenhafen unter den überworfenen Verhältnissen ohnehin nicht möglich war, nahm Sylvanas nun das nächste Land der mittelländischen Kultur ins Auge, um endlich den Traum zu erfüllen.
Alter 14:Von Belvedere führte die Überfahrt direkt nach Nathania, - größtem Hafen und Zentrum der Südflotte für das eigentliche Ursprungsland der heutigen mittelländischen Kultur. Obwohl dank der Vorgewöhnungen durch andere besuchte große Städte der Kulturschock dieses Mal deutlich geringer ausfiel, gab es doch einige Dinge, die ihre Fantasie auch nicht größer hätte malen können.
In Drakhun hatte sie Imitationen der bunten Marmortempel in Format von Fassaden oder vielleicht einem Gazebo-Pavillon sehen können. Hier bestanden fast alle Gebäude mit gemeinschaftlicher Funktion, - Tempel, Markthallen, Gerichte, Wachen, Verwaltungen - , alle aus monolithischem aber auch warm wirkendem noblen Stein.
Darüber hinaus die Sauberkeit. Diese Stadt war wahrscheinlich größer, als jede andere, die sie bisher besucht hatte, jedoch bewirkten ein System von Aquädukten, Kanalisation und eine Kultur öffentlicher Sorgfalt, dass es reinlicher zuging als selbst in den bestens organisierten Gehöften, die ihr bisher bekannt waren.
Dazu Parks oder Gärten, - eingezäunte, beherrschte Natur -, domestiziert wie sonst Nutztiere. Ihnen wurde der Trick beigebracht so schön auszusehen, und so pfleglich zu sein wie möglich.
Im Vergleich zu allen anderen Orten, zeigte sich Nathania wie eine Stadt aus einem Bilderbuch. Jede Ladenfassade geschmückt, jeder Brunnen mit Statuen und Ornamenten versehen, jeder Aussichtspunkt eine Flut von Farben und doch eindrucksvoller Ordnung.
In guter Entdeckerlaune verbrachte Sylvanas ein paar Tage ihre Ausrüstung wieder aufzufüllen. Trotzdem sie ein mittelländisches Land besuchte, schien es nicht einfach zu sein selbst in dieser großen Stadt einen Ersatz für ihr meisterlich gefertigtes Schwert aufzutreiben, und so gab sie sich zunächst mit einem Exemplar aus den Sammelfässern zufrieden.
Durch einiges Herumfragen, fand sie zudem heraus, dass in diesem Land einfache Schwertkampfstile etwas aus der Mode gekommen waren. Das Militär hier schien sich auf schwere Stangenwaffen wie Hellebarden zu konzentrieren, da Formationskampf affine Waffen für große Mengen von Soldaten von größerem Vorteil waren. Einzelne Kämpfer wie die Nobilität hingegen zogen leichte Fechtkampfstile vor, die in einer Welt mit wenig behindernder Rüstung schnelle Siege durch einzelne Treffer versprachen.
Für Sylvanas waren beide diese Optionen natürlich unakzeptabel und enttäuschend. Ihr Kampfstil musste in vielen Situationen anwendbar bleiben, und konnte sich unter keinen Umständen auf die Stärke anderer verlassen.
Zum Glück erfuhr sie schnell, dass es unweit von Nathania eine alte, kaum noch respektierte Kriegerakademie in der Stadt Siorac geben sollte, die noch immer Schwert- und anderen traditionellen Waffengang lehrte. Zeitgleich sollte diese Schule trotz des Akademiestatuses glücklicherweise mittlerweile dem einfachen Bürgertum offenstehen, und erweiterte Kurse in anderen Waffenarten in Kollaboration mit der Nachbarstadt Droux anbieten. Der Pfad schien also offensichtlich: Sylvanas reiste nach Droux und Siorac, um sich für ein Jahr an der königlichen Akademien einzuschreiben.
Sylvanas war die Reaktionen schon gewohnt, aber auch hier war man wieder ausgesprochen überrascht eine junge Dame mit dermaßen viel Vorarbeit in Sachen Waffenführung vorzufinden. Schnell strich man ihr den üblichen Ausbildungsplan für Erstjahrskadetten zusammen und gab ihr zu verstehen, dass sie stattdessen die Meisterzertifizierung anstreben sollte.
Obwohl diese Offerte im ersten Moment nur gierigen Speichel und inneres Kichern bei Sylvanas hervorriefen, musste sie sich allerdings auch schnell ein paar unliebsamen Konsequenzen dieser erzwungenen Abänderung stellen: Eine Meisterzertifizierung war ungleich teurer. So teuer, dass ihre Ersparnisse nicht ausreichen sollten.
Bisher war Sylvanas größtenteils in den ihr heimischen südlichen Gefilden verreist, wo ihre als Kind antrainierte Kompetenz as Pfadfinderin ihr immer ein gewisses Einkommen garantieren konnten. Nun aber war sie am Überlegen, wie sie dieselben Talente anwenden konnte, um sich auch in diesen Subtropischen Ländern noch durchzuschlagen.
Eine Sache, die ihr auffiel, war dass durch den Hafenanschluss von Nathania weiterhin eine gute Versorgung mit allerlei Pflanzen aus den ihr bekannten Ländern herrschte, gleichzeitig aber nur weniger Personen hier firm waren, diese auch korrekt zu behandeln. Es fiel daher nicht schwer die hiesige Alchemistengilde ob ihrer Herkunft zu überzeugen, dass sie beim Sortieren von nützlichen und gefährlichen Pflanzen zu helfen vermochte.
Schnell jedoch erregte dieser Einsatz Aufsehen, und bald schon fand sich Sylvanas verdächtiger Weise fast ausschließlich beim Sortieren von immer mehr giftigen Pflanzen, Früchten und Extrakten. Schließlich sollte sie sogar Trocknung, Einfettung oder sonstigen Verfeinerung derselben übernehmen.(Arbeit als Giftmischerin. Pflanzenkunde->18, Alchimie->12, Giftheilung->12, Anatomie->10)
Es war nicht zu übersehen, dass sie schon wieder in die Hände solcher getrieben war, die ihre Herkunft als eine Garantie für verlässliche Komplizen daher nahmen. Nachdem Sylvanas endlich Rede forderte, stellte sich heraus, dass aus der Alchemistengilde in Siorac ein kleiner Schmugglerring operierte, der über Seerouten mit halb legalem Segen viele südländische Produkte konservierte und an weitere mittelländische Länder verteilte. Eigentlich war es wenig überraschend, dass so ein Ort an erster Handelsstation mit dem Süden in irgendeiner Form existieren musste, also erzählte Sylvanas nur schulterzuckend von ihrer eigenen Erfahrung mit Schmugglern bisher, ihrem Markbrief und Absichten vor Ort.
Die Betreiber der Gilde zeigten sich entzückt, gewannen Vertrauen, und übertrugen Sylvanas neben der gelegentlichen Überwachung der Produktion nun auch den Schmugglerkontakt selbst. (Abwechselnd Arbeit als Leichtmatrose und "Pirat". Seefahrt 14->22, Holzbearbeitung 10->16, Seiler 6->14, Klettern->12)
Derart in Droux und Siorac etabliert, hatte sie ihr eigentliches Ziel unerwartet bei Weitem übertroffen. Nicht nur, dass das Geld für die Meisterprüfungen reichen sollte, es sammelten sich sogar erhebliche Ersparnisse an, die Sylvanas nur zu gerne für weitere Reisen und einen späteren Versuch ihre verlorene Waffe zu ersetzen zurücklegte.
Nach einer verkürzten Zeit von 9 Monaten fokussiertem beaufsichtigtem Trainings in der Akademie, konnte Sylvanas endlich behaupten einen wirklich mittelländischen Stil in allen formalen Fundamenten gemeistert zu haben.
(FeW->22 für 1H+2H-Schwerter, Speere, Hiebwaffen und Raufen, GE->19, ST->18)