Werdegänge, Heldengeschichten

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Werdegänge, Heldengeschichten

Beitragvon RiiNagaja » So 01 Mär, 2026 15:13

Hallo, ich hatte vor ein paar Monaten genug Erfahrung über das neue Antamar gesammelt, dass ich mehr Klarheit darüber bekam, auf welche Weise ich dieses Spiel eigentlich spielen will. Zu Beginn war es eher das typische OCD Experiment darin möglichst viele Quests nicht zu verpassen, munchkinartig schnell zu wachsen und alles zu steigern, aber nun ging es mir eher darum einen interessanten Lebensweg für einen Helden zu beschreiben. Das heißt daher, echtes RP, ohne Rücksicht darauf was man verpasst, und wie ineffizient Aktionen sind, was das Spiel deutlich entspannter und auch interessanter für mich macht.
Ich habe zwei davon zunächst in "Notizen" stichpunktartig dokumentiert um mich erinnern zu können, bis es irgendwann in eine eigene Geschichtenerzählung auswuchs. Jetzt bin ich bei beiden an einem Punkt, wo sie ihre "Jugend" (einmal wörtlich, einmal nicht) hinter sich haben und in das echte Heldenleben einsteigen. Reif genug also, um deren erste Kapitel abzuschließen.

Nr.1 - Gaston von Landsbach
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(Konnte mich letztendlich nie für ein einzelnes Schwert entscheiden)
Spoiler:
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--- Beschränkungen und Anmerkungen---
- Der Charakter fokussiert sich inselbegabungsartig fast ausschließlich auf das Steigern von Zweihandklingen, kampfrelevanten Attributen und auch noch etwas Körperbeherrschung und Akrobatik, sowie natürlich anwachsende Reisetalente wie Geländelauf, Kochen 10, etwas Jagd, Kräuter und Pflanzenkunde. Keinerlei Wildnisleben, Orientierung und nur wenig Sinnesschärfe (6). Keine Zivilisationstalente außer Lehren höher als 6. Ebenso mit Wissen außer etwas Pflanzen- und sonst Kriegskunde. Sprachen außer Muttersprache wenn möglich nichts, sonst bis 6. Kein Handwerk.
- Als weitere Regel für den Charakter ist es ihm außerdem verboten Auftragsbörsen zu nutzen und in irgendeiner Form in Städten zu arbeiten, außer als Zweihandschwertlehrer ab FeW30. Das hieß unter anderem, dass alle Ausrüstung besonders am Anfang nur durch Reiseglück, Zufallskämpfe und Söldnerlager verdient werden konnte, was ihn häufig zum mittellosen Vagabunden zurück degradierte. (Riesenschwerter sind teuer, und Raufen darf kaum gesteigert werden) Gerade das war aber unglaublich viel Spaß. Man fühlt sich, als hätte man jeden Fortschritt und besonders das Endresultat wirklich verdient. (Wer schonmal Kenshi gespielt hat, wird es verstehen.)
- Als Vorbereitung auf benutztes Vokabular unten, verstehe ich außerdem das Spielsystem in einer Art Übersetzungesform von früherem DSA, wo es etwa für bestimmte Talentwerte gewisse Titel gab (Junggeselle, Altgeselle, Meister, etc). Da Antamar vernünftiger Weise breitere Werte hat, ist ein neuer Rang alle 5 FeW anstatt in DSA 3 TaW erreicht. Für Kampf bekommt man so ein Glossar:
(1-5) Dilletant, Hobbyist - "Hat es schon mal gemacht"
(6-10) Rekrut, Miliz, Stadtgardist, Wehrpflichtiger - Grundausbildung absolviert
(11-15) Soldat - Standard für einen Hauptberufler
(16-20) Veteran, professioneller Söldner/ Doppelsöldner - Mehrjährige Praxis oder besonderes Talent
(21-25) Junger Meister, Ausbilder, Korporal(durch Waffentalent) - Hat sämtliche Grundlagen verinnerlicht und zu natürlichen Reflexen gemacht
(26-30) Meister (DSA "Großmeister" ist kein guter Rang) - Übersteigt die Basis durch einen charakteristischen Stil und Einbindung scheinbar kampfferner Talente
(31-35) Vollendung, Wahrer Meister - Stile sind ebenfalls so umfassend studiert, dass ein gehobenes Verständnis zum wahren Kern der Waffenkunst erwächst
(36-40) ?Legendär? - Spoiler
(41+) ??Übermenschlich erscheinend?? - [?clas#sifFiePd]
---

Meisterungstagebuch - "Auf dem Weg zu FeW xy"

FeW 2:
Zwerge erschlugen in Gaston's Beisein mehrere Orks bei Eisentrutz und überließen ihm den Verkauf der Beute, damit er Nachricht über den Orkvorstoß überbringt. Gaston tauschte diese gegen ein Riesenschwert und zog damit Richtung Santo Tiberio, um sich wie gewünscht als Doppelsöldner durchzuschlagen. Hier nahm man ihn zunächst als Tross, doch angedacht seiner hochwertigen Waffe, Plattenhandschuhe und sonst passabler Ausrüstung, ließ der Feldwebel eine Position als herkömmlicher Söldner zu.
A/P 8/4, 3W+5, Rüstungsgewöhnung I

FeW 6:
Gaston behauptete sich überraschend gut. Obwohl in ihm noch immer die Einstellung vorherrschte, dass Kraft und Improvisation alles waren das zum Waffentalent gehört, konnte er in der Tat etwa 3 von 4 Übungskämpfen gewinnen und auch in Schlachten seinen Sold verdienen. Dennoch kam es eventuell zu einer Schlachtenniederlage, und ständiges Gelächter seiner Mitsöldner aufgrund seiner inexistenten Grundlagen nagten schließlich doch an ihm. So zog es ihn nach Sinada, wo eine stangenwaffenorientierte Schule ihm anbot die seiner Waffenwahl verwandte Haltung beizubringen. Nun wusste Gaston darum ständig entweder die Waffe zwischen sich und den Gegner zu bringen, oder anderweitig eine Bedrohung durch Haltung zu forcieren. Korrekte Basishaltung war erreicht, Theorie von Bedrohlichkeit verstanden, aber gute Schwünge waren ihm noch fremd.
A/P 10/6, 3W+5

Bedeutende Ereignisse:
Spoiler:
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OOC:
Generell war es erstaunlich wie fähig ein Held selbst auf Stufe 5 mit FeW6 sein kann, wenn die Waffe allein so mächtig, oder Stärke bereits 19 ist. Viele Kämpfe sind 'alles oder nichts' Situationen. Entweder ruinierende resetknopfartige Niederlagen, oder unfassbare heldenhafte David gegen Goliath Geschichten. Nicht viel dazwischen.
Für eine komische Kollektion aus dieser Zeit siehe hier. Es gab noch viel mehr, -imgrunde alle 30min etwas und besonders mit Wölfen-, aber das reicht.


FeW 12:
Der Erfolg im nächsten Söldnerlager von Arilla war unberechenbar. Obwohl seine Haltung noch fundamental war, machte Talent, Kampfinstinkt und fanatische Motivation genug wett, um nicht nur in Übungskämpfen fast unbesiegt zu sein, sondern auch in mehreren Scharmützeln mit dem Feind, und sogar einer Übermacht bei einem Wagenüberfall hervorzustechen. Über die 12 Perioden der Verpflichtung kulminierte diese Erfolgssträhne schließlich in 3 konsekutiven Schlachterfolgen. Obwohl die Schlachten selbst unentschieden ausgingen, blieb Gaston in seiner Einheit jedes mal der letzte stehende Kämpfer und überwältigte stets 2-3 von 3 Angreifern selbst. Da solche heldenhaftes Kampfgeschick und Entschlossenheit unweigerlich zu tuschelnden Mythos im Lager wurden, veranlasste der Obrist Regimentskommandant schließlich eine bronzene Ordensverleihung vor aller Augen.
Spoiler:
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...Gleich jedoch nach diesem Gipfel von Erfolg und Glück, folgte der Absturz. In einer weiteren Ausscherung wurde Gaston ob seines stolz am Bande präsentierten Ordens von mehreren feindlichen Veteranen herausgepickt und vom Rest der Streitmacht separiert. Er wurde überwältigt, geriet in Gefangenschaft und wurde sämtlichen Habes beraubt.
Erneut beschmäht es nicht mit echten Doppelsöldnern aufnehmen zu können, suchte Gaston die Regionen um Santo Tiberio nach geeigneten Lehrern ab. Jemand musste ihm helfen ein System für die immer noch improvisierten Schwünge seiner unkonventionellen Waffenwahl auszuprägen. Letztendlich schluckte er seinen Stolz herunter, und begann eine herkömliche Soldatenertüchtigung in Lago Alto. Wiederholte stumpfe Schläge ohne Raffinese, Grandiosität oder Heldenaura. Eingeübt tausende Male. Die Bewegungen eingemeiselt in Knochen und Muskeln; natürlich gemacht wie der Atem.
A/P 13/9, 3W+5

Ereignisse:
Spoiler:
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FeW 16:
Nach lauteren Diensterfolgen als endlich legitim ausgebildeter Söldner in Vallerica, Dextruna und bei der Bauerverfolgung durch den Fürsten von Montellon, häuften sich die Reichtümer schnell auf über 200 Gulden in der Vellhafener, als auch etwa 100 Gulden in der Imperialen Handelsbank. Gaston musste erfahren dass allmähliche Fortschritte viel zäher darin waren zu Erfolg zu führen, als die großen Heldentaten des letzten Jahres. Obwohl er sich dieses Mal keinen Orden und damit großes Ansehen vor dem Regiment verdiente, sah sein persönlicher Erfolg wesentlich höher aus. Durch viele voluntäre Missionen und fast Unbesiegtheit in den Übungskämpfen konnte ihm auch niemand Feigheit oder Inkompetenz nachsagen.
Nun war es Zeit den Refenzen zu folgen und der Empfehlung nachzukommen und seine viel zu große Waffenwahl doch bis zum Doppelsöldner Standard in Santo Tiberio zu entwickeln. Hauptmann Javier von der Fremdenlegion respektierte unkonventionelle Kampfstile und fokussierte sich darauf Gastons solide Grundpositionen und nun reichlich vorhandene Felderfahrung durch systematischen Schwächenausgleich zu einem Ganzen zu formen. Angriffe durch extrem nahes Handgemenge z.B. schienen Gaston immer noch zu überraschen, sowie unehrenhafte Kampftaktiken.
In allem zusammen vermischt, sollte sich bereits nach so kurzer Zeit die Technik eines Kriegsveteranen aushärten. Nicht unerwartet, gegeben der natürlichen Begabung, die Gaston demonstriert hatte. Obwohl Lehrer und Familie immer noch die Meinung hielten, dass er in konventioneller Waffenwahl weitaus größere Erfolge sehen würde, und sein Talent dadurch verschwendete, unterstützte Javier dennoch seine Ambitionen und Romantik.
A/P 15/11, 3W+5, Aufmerksamkeit, Ausweichen 1

Bedeutende Ereignisse:
Spoiler:
OOC: Riesenschwerter sind auch erstaunlich stabil. Oft gibt es auch bei Patzern keine Schäden zu vermerken.
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FeW 22:
Gaston's Bestreben als Doppelsöldner akzeptiert zu werden wurde erneut zurückgedrängt als mehrere Camps und Söldnerregimente ihm aufgrund seiner exzentrischen Waffenwahl verboten aufzusteigen. Die zwei Orden und unzähligen gewonnenen Übungs- und Schlachtkämpfe bewiesen zwar die klare Annerkennung und den Respekt, den Gaston sich verschafft hatte, jedoch gehörte zu den Anforderungen einer Doppelsöldnereinheit mehr eine Art von Verlässlichkeit; - die Sicherheit eine Mission mit einem bestimmten Ergebnis und berechenbar möglichen Rückschlägen ohne Katastrophen abschließen zu können. Dies war eine Aufgabe in der traditionelle Schildträger oder sogar defensivere Zweihandkämpfer den Vorteil hatten, wohingegen Gaston's spektakuläre Waffenwahl und der dadurch erzwungene Kampfstil zwar öfter obsiegen mochte, aber auch sehr fehleranfällig war.
Nachdem ihm in Westendar anscheinend niemand mehr richtig weiterhelfen konnte, verbrachte Gaston etwas Zeit dabei sich in Waldheim von einer anderen Sorte Kultur beraten zu lassen. Die von den Elfen beeinflusste unkonventionelle Kampfweise half ihm ein paar defensive Lücken zu schließen, aber vor allem verhalf sie ihm den Lawinenstein eines noch später reifen sollenden Verstehens ins Rollen zu bringen: Die Annerkennung von Mobilität und Reichweite im Kampf. Langsam schlich sich in Gaston die Erkenntnis ein, dass seine spezielle Waffenwahl, die nur gelegentliche Angriffe erlaubte, sich mehr als andere Stile, wenn nicht sogar ganz und gar auf Mobilität verlassen musste. Endlich schien sich ein Weg Richtung eines Meisterpfads zu öffnen. (FeW->18, Raufen 10->12, Körperbeherrschung 4->13)
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Zurück in Santo Tiberio bestieg Gaston endlich das angestrebte Schiff und landete in der Haupstadt des Sawajidden Kalifats Kalibah. Dank der orientalischen Einflüsse und realistischen sehr variablen Fronterfahrung, denen man hier ausgesetzt war, wurde in dieser Region an mehreren Orten die mittelländische Kampfkunst durch ihre lokalen Vertreter wesentlich liberaler und experimentierfreudiger gelehrt. Hauptmann Javier hatte recht mit seiner Einschätzung, dass Gaston's Riesenschwert wenn irgendwo dann hier die besten Chance hatte zu reifen, und so zeigten sich im nahen Rashed Reprim in unverhofft kurzer Zeit auch schon rasante Fortschritte, nachdem Gaston's Studium ihn beflügelte den hiesigen Ausbilder komplett zu dominieren.(FeW->20, 3W+5->3W+6)
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Folgend sah sich Gaston sehr interessiert nicht nur den mittelländischen Kampfstil weiter zu schärfen, sondern auch die lokale Kampfweise, die er hier beobachtet hatte kontern zu lernen. Ähnlich wie bei den Elfen, wurde im Kalifat eine wesentlich beweglichere und fließendere Praxis verfolgt. Obwohl es an der Umsetzung echter Mobilität noch erheblich mangelte, war Gaston's Intuition richtig, als nach dem Überkommen einiger anerkannter lokal angerühmter Kämpfer in der Haupstadt Kalibah selbst endlich den jungen Meisterrang erreichte, und nun genausogut einem Angriff trotzen wie ihm gänzlich entgehen konnte. (FeW->22, Ausweichen 2)
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A/P 18/14, 3W+6, Ausweichen 2, Raufen 12

[Fortsetzung nächster Post - 10 Anhanglimit erreicht]
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Re: Werdegänge, Heldengeschichten

Beitragvon RiiNagaja » So 01 Mär, 2026 15:51

Gaston von Landsbach - Teil 2

FeW 26:
Kompetente Gegner mit unbekannten Kampfweisen studieren und zu bezwingen lernen, schien ein neuer vielversprechender Weg zu sein. Langsam dämmerte es in Gaston über das Henne und Ei Missverständnis, welches in der Kriegerwelt am Werk war. Es war nicht eine bestimmte Kampftradition, die effektive Krieger hervorbrachte. Effektive Krieger kondensierten ihre Erfahrungen in eine Kampftradition. Für ihn, dessen Kampfweise zu unkonventionell war, hieß dies dass er sich nicht auf bekannte Weißheiten stützen konnte, und die Ausschärfung eines Stils über den harten Weg durch direkte Erfahrung an der Quelle suchen musste. Jede Perspektive der Kampfkunst musste gegen seinen eigenen Stil getestet werden. Über auftauchende Mängel musste gebrütet, und schließlich eine bessere Form, ein Trick oder eine andere Geisteshaltung einstudiert werden, bis der Gegner nicht mehr schwer zu besiegen war. So sollte es voran gehen, und so suchte Gaston bei seiner Reise durch die nordwestliche Ecke des Südkontinents mehrere Meister auf, um seinen eigenen Meistergrad an ihnen zu testen.
Zunächst war da der Alte Haudegen in Esnau, dessen Kampfstil ähnlich dessen von Kalibah war, und demgegenüber er nach nur 4 Auseinandersetzungen Ebenbürtigkeit erlangte.(FeW->23)
Spoiler:
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Der Meister in Taifa war die nächste Hürde. Sein mittelländischer Stil schien zunächst unüberwindbar, doch Gaston sinnierte über die vergangenen erfolglosen Duelle effektiv, und fand einen fatalen Deckungsfehler in der vierten Bewegung seiner Philosophie. Selbst einzelne Deckungsfehler gegen ein Riesenschwert hießen immer dass Gewinnen unmöglich war, also ging es weiter.(FeW->24)
Spoiler:
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In der Amazonenburg von Eurybia fand sich ein weiterer Meister von einer unbekannten hyperboreischen Kultur. Gaston sah sich selbst etwas in dem Mann, der ganz dem Ideal des großen Schwertes, aber hier mit ungerüstetem Muskelkörper folgte. Den Worten des abenteuerlichen Meisters nach hatte er den Apex seiner Kampfkunst vor langer Zeit erreicht, und war resolut in der Ansicht, dass es nicht mehr zu verstehen gab. Die Überzeugung des Meisters Conan war genau wie in Gaston vor fast zwei Jahren, dass überwältigende Kraft, verbunden mit jägerartigem Geschick und einer Waffengewöhnung alles waren, das es zu verstehen galt.
Conan stagnierte, und Gaston sah sich in seinem Anblick selbst. Die Angst diese Schlussfolgerung und das damit verbundene Schicksal zu erreichen, war immer mit ihm gewesen. Jedoch hatte er auf dem Weg hierhin auch bereits Vision anderer Möglichkeiten gehabt, von denen Conan nichts zu sagen wusste. Diese wollten erkundet sein, bevor er sich in seiner Jugend bereits einer Mauer ergeben sollte, und in der Tat schien mit dem Bezwingen von Meister Conan eine Bestätigung zu erreifen.(FeW->25, IQ->14, Finte)
Spoiler:
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Es gab womöglich noch einen anderen Weg. Gaston war durch seine variantenreichen Gegner mehr und mehr gezwungen worden vorsichtiger vorzugehen, auf seinen Füßen zu denken, oft mehr zu beobachten als zu überwältigen. Das Riesenschwert war eine vernichtende Waffe, sodenn sie treffen sollte, aber diesen einen wichtigen Treffer zu landen, das war worum sich die ganze Kampfkunst drehen sollte. Da aber ein purer Überfluss an Kraft von nur limitiertem Erfolg gegen einen erfahrenen Krieger war, mussten andere Methoden her, um diesen wichtigen Treffer zu garantieren. Gaston sah langsam ein, dass der wahre Meistergrad körperliche Fitness lediglich als Fundament benötigte, sich danach aber in Wahrheit in das Reich der Psychologie erwuchs. (Waffenexperte: Zweihandklingen)
Je stärker der Gegner, den er überwinden wollte, desto mehr fand er sich am Taktieren und Täuschen, anstatt am eigentlichen Waffengang und Stahlkreuzen. Dies konnte kein Zufall sein, und so fragte er im nahen Al'Paq auf eine Eingebung hin, ob irgendjemand vielleicht einen starken Kämpfer kannte, der aber körperlich schwach zu sein schien. Das Schicksal meinte es gut, und schnell verwies man Gaston auf das nahe "Altersheim".
Gaston war überrascht und überwältigt. Der hier ansässige Meister war in der Tat kaum noch Haut und Knochen, aber schwang wie er selbst ein mächtiges Zweihandschwert. Es bestand kein Zweifel, dass Gaston ihm in Sachen Kraft und Geschwindigkeit überlegen war, und dennoch... über ein Dutzend Duelle konnte er nicht ein einziges mal gewinnen.
Dennoch war Gaston nie glücklicher. Diese Duelle waren eine Offenbarung. Hier traf er jemanden, der seinen eigenen Stil und seine eigene Philosophie vertrat, sein Leben mit dem Lernen derselben verbracht hatte, und sie zu einem Grad der Meisterschaft treiben konnte, deren Gipfel für Gaston gänzlich schwindlig uneinsichtig war. Das genaue Gegenteil von der tristen Mauer, die man sich vor Conan ausmalte, konnte Meister Alrik nicht nur die Theorie der Dominanz von Psychologie in hoher Waffenkunst bestätigen, nein Gaston erblickte auch noch etwas anderes, etwas dahinter. Ein Aufblitzen am Horizont, einen Punkt in der Ferne. Der Meister wirkte oft kaum stark genug sein Schwert angemessen über den Kopf zu heben, und dennoch, für einen kurzen Moment, änderte es mitten im Schwung die Richtung und zuckte wie eine silberne Peitsche. Trotz der umfassenden Erfahrung von Gaston bis hierher und der Reihe an überkommenden Meistern, konnte Gaston kaum einen dieser "Geniestreiche" parieren.(=Finte+8) Für den Meister hier war es jedoch nichts als ein gewöhnlicher Angriff. Das schwere Schwert schwebte plötzlich in seinen Händen.
Der Meister verlor nie viel Worte an Gaston, und gab keine konkreten Wegweiser. Gaston war damit einverstanden. Das Blitzen in den Augen des Meisters verriet ihm genug Annerkennung. Klar war, sollte der Meister keine Hoffnung sehen, würde er sich nicht mit ihm befassen. Obwohl kein einziges Duel auch nur annährend zu seinem Vorteil verlief, machte Gaston einen erheblichen Schritt vorwärts in das Reich eines wahren Meisters.(FeW->26)
Spoiler:
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Klar war auch, er war diesem Genie noch nicht würdig. Ein ganzer Status lag zwischen ihm und Meister Alrik, nein, Schwertheiligem Alrik. Gaston musste erst das gerade beschrittene Gebiet der psychologischen Kampfweise ausreifen, und auch seine Mobilität war seiner Schwertlänge noch lange nicht ebenbürtig geworden. Aber er würde zurückkehren, sobald der Punkt am Horizont den Anschein machen sollte näher zu kommen. Was kann es nur gewesen sein? Definitiv ein Ziel.
A/P 20/16, 3W+6, Finte, Wuchtschlag, Niederwerfen)

FeW 32:
Gaston folgte den Gerüchten, dass ein exklusiver Zweihandschwertmeister sich in Nova Cataia befinden und dort jede Herausforderung annehmen sollte. Nach längerer Schifffahrt fand er Silvio Ragatuez dort als einziger Lehrer in seiner eigenen Kampfschule. Stolz präsentierte der Meister seinen eigenen Stil, der vom klassischen mittelländischen Stil, als auch typisch zweihändischen Paradigma von rohem Körpereinsatz stark abwich, und mehr durch die Erfahrungen im Kampf gegen speerbewaffnete Buschmenschen, sowie örtlich dominierende Säbelkämpfer geprägt war. Silvio verfeinerte hier eine Fähigkeit langen Ausfallstichen sowie massezentralen Gleithieben mit rotierenden Bewegungen zu entgehen, ohne dabei die solide Grundposition und damit Kraft zum Gegenangriff aufgeben zu müssen. Eine Errungenschaft, die, wie er bemerkte, "die Schwächen der Zweihandschwerter komplett ausglich".
Gaston war mittlerweile allerdings auch kein leichter Gegner mehr. Seine variantenreiche Erfahrung gegen Meister mehrerer Schulen hatte ihn kreativ gegenüber unkonventionellen Kampfweisen gemacht. Er konnte nun sowohl jeder gesehenen Kampfweise mit in die Knochen gemeiselten Reflexen aufwarten, als auch vollständig neuen Situationen mit seinem eigenen cleveren Ideenreichtum kontern.(->SF: Kampfreflexe) So kam es, dass er von 6 Kämpfen gegen Silvio die Mehrheit gewann, und dem Ragatuez Stil die Lektion hinzufügte mehr als einen Zaubertrick anbieten zu müssen, bevor irgendein Anspruch auf "Vollendung" gemacht werden konnte.(FeW->27, 3W+7)
(OOC: Ab hier fehlen leider einige Bilder.)
Silvio zeigte sich etwas gekränkt, aber auch dankbar für die seltene Gelegenheit einem Zweihandstil-Meister gegenüber gestanden haben zu können, und so unterrichtete er Gaston über einen weiteren Meister in der südlichen Region: Einen ehemaligen Legionär der Fremdenlegion in Port Amarhold, den er nie besiegen konnte, aber behauptete er wollte es auch nicht, da dieser nicht den Zweihandstil und schmutzigere Methoden pflegte.
Gaston zeigte sich von der Herausforderung verführt, musste aber feststellen, dass seine Erfahrungen allein in der goblinverseuchten Wildnis des Nordens, oder dem Zivilkrieg geplagten Westendar zu überleben, sich nur mäßig auf die hungrigen Dschungel der Südwelt übertrug. Die Reise von Nova Cataia nach Port Amarhold sollte beschwerlich, kostspielig und schuheverzehrend verlaufen, war aber auch ein effektives Überlebenstraining.(LE+2, AU+2, Pflanzenkunde 2->10)
Angekommen in Port Amarhold konnte Gaston schnell bestätigen, dass Meister Ragatuez nicht übertrieben hatte. Der geheimnisvolle Legionär, der nie seinen Helm abnahm, schien in der Tat unbesiegbar. Trotz Gaston's Fortschritten im Kampf gegen lästige Schildträger aller Art (Standardangriff Finte+2), konnte er bei diesem echten Schildmeister kaum jemals eine Lücke entdecken, riskierte aber seinerseits immer wieder harte Treffer des Zackenschwerts des Legionärs. Eine Ewigkeit biss er sich an den Versuchen eine geeignete Angriffstechnik zu entwickeln die Zähne aus. Tag um Tag vergang an dem er sinierte und trainierte, nur um dann am abendlichen bereits Routine gewordenen Duel mit neuen blauen Flecken zurück ins Bett geschickt zu werden. ...Bis er eines Tages ein Umdenken hatte. Wenn sich eine bessere Angriffstechnik nicht finden ließ, vielleicht lag die Strategie zum Sieg in der Verteidigung?
Dieser Plan erschien nicht unmittelbar plausibel, war aber nach all der Zeit einen Versuch wert. Die Idee war den schwerer gerüsteten und schweren Turmschild tragenden Gegner zu ermüden, bis sich von selbst eine Öffnung für den Schlag präsentierte. Eine ziemlich übliche Kampftaktik für viele Waffengattungen, aber dem Riesenschwert führenden Gaston bislang noch weder bekannt noch möglich. Obwohl der erfahrene Legionär natürlich schnell begriff, was Gaston mit seinem behutsamen Verhalten vorhatte, war dieser mittlerweile an einem Punkt der Waffenbeherrschung angekommen, an dem ihm dieser für große Waffen unkonventionelle Taktikwechsel tatsächlich möglich war. In einem erheiternden Duel, -diesmal am inspirierten Morgen-, besiegte Gaston den unschlagbaren Legionär nach längerem Kampf, ohne auch nur einen Gegentreffer zu nehmen, mit dem vorherbestimmten, aber unausweichlichen Hieb gegen die unweigerlich auftauchende Deckungsschwäche. Gaston beschloss, das mit dem Auffinden dieser Taktik der Zweck seines Besuches erfüllt war, und weitere Duelle zwecklos wurden. (FeW->28 / PA 16->17)
(OOC: Leider wieder vergessen den Screenshot zu machen, als er wirklich in einem langen Duel ohne Kratzer den kritischen Treffer am Ende landete und wieder genau dann auflevelte. Perfekt, und ein absolut karrieredefinierender Kampf. Ich könnte mich beißen, aber ich war schon so im Durchklickmodus.)

Die Erkenntnis über die wahre Gewalt seiner Waffe hatte ihn endlich erreicht. Entgegen der der schieren Größe der Waffe geschuldeten Verlockung das Riesenschwert als pressendes Offensivinstrument zu begreifen, erschloss sich ab einem bestimmten Meistergrad eine völlig kontraintuitive Verwendungsweise: Die Gefahr des mächtigen Gewichts hinter der scharfen Klinge war allgegenwärtig. Ein einziger Treffer von einem fähigen Krieger, konnte einen Kampf beenden. Solange der Träger die ständige Bedrohung durch den einen vernichtenden Hieb in jeder Kampfposition aufrecht erhalten konnte, war der Gegner immerzu zu einer defensiveren, bedächtigeren Vorgehensweise gezwungen. Hatte der Träger des Riesenschwertes aber korrekte Fußarbeit, Gewichtsführung, und das Vorausschauen von Kombination und Taktik gemeistert, konnte er Offensiven gegen ihn selbst mit dank der langen Waffe sicherer Distanz entgehen, was ihn trotz der großen, aber ruhigeren Waffe weniger Energie kostete. Einen distanzierten, beweglichen Kontrahenten immer wieder anzugreifen, ermüdete so den Gegner und entblößte die Gelegenheit für den einzig nötigen Treffer. Den passiv agierenden Träger des Riesenschwertes einfach zu ignorieren, war für den Gegner allerdings auch keine Alternative, und gegenüber einem Meister narrhaft, da es ebenfalls die nötige Deckungslücke öffnete.
Kurzum, die wahre physische Vollendung des Zweihandstils lag in der Meisterung der Defensive, nicht Offensive. Ein Anfänger mochte sich auf die überwältigende Kraft des Riesenschwertes stützen und mehr Erfolg damit haben seine Gegner so schnell wie möglich zu überwältigen. Gegen wirklich fähige Kämpfer, die mit der Abwehr schwerer Waffen Erfahrung hatten, war diese Taktik aber zum Scheitern verurteilt. Ein Veteran fiel dem Riesenschwert gegenüber erst dann, wenn es beide Seiten waren, die den anderen perfekt abzuwehren mochten. Die wahre Gefahr der Waffe war: Jeder Fehltritt gegen ein Riesenschwert war tödlich, aber ständige bedächtige Vorsicht kostete den Gegner mehr Energie als den Träger der großen Waffe. Ermüdung und Zermürbung.

Mit diesem neuen Verständnis um die Basis der Riesenschwert-Kampfkunst bewaffnet, sah sich Gaston endlich stark genug, um einer vorher ignorierten Herausforderung nachzugehen. Er hatte auf seiner Reise nach Nova Cataia bereits die legendäre Joanna von Falkhorst aufgefunden, die weithin als beste Kämpferin der kaiserlichen Südflotte galt und in der Garnison in Lapis anzutreffen war. Während in Gaston's Heimat und auch um Santo Tiberio Vorbehalte gegen die professionelle Verwendbarkeit von Zweihandschwertern bestanden, erfüllte es ihn mit Stolz gelernt zu haben, dass der höchste und anerkannteste Meister im Süden selbst ein Zweihandschwertkämpfer war.
Nun war es an Gaston auch seinen Riesenschwertstil gegen diesen Meister zu messen, doch er machte sich keine Illusionen. Er schätzte dass seine eigenen Fähigkeiten auf der Basis von 'einem Hieb' mit Joanna vergleichbar waren. Will heißen, er war sicher er konnte einem Austausch einem Hieb lang mit Sicherheit standhalten, und dann eventuell einen Gegentreffer landen. Für einen Kämpfer in seinem Waffenkaliber, mochte dies jedoch genug sein, und es bot hier bereits die seltene Gelegenheit die Deckungslücken eines echten Meisters zu studieren und die Erfahrungen auszubauen.
In Lapis angekommen, war der Empfang zunächst mittelmäßig. Joanna duellierte sich nicht mit jedem, aber wurde von ihrer eigenen Neugier an der möglichen Führungsweise von Gaston's Waffe überzeugt. Anders als die mittelmäßigen Meister in der Heimat, schienen die Erfahrungen der Südflottenlegende auch ihr beigebracht zu haben, mit weniger Vorbehalten auf die Waffenwahl zu reagieren, - insbesondere wenn es um Zweihandschwerter ging. Gaston vermutete dass sie einst mit denselben Vorurteilen zu kämpfen hatte, und so entstand schnell eine unsichtbare Verbindung zwischen den beiden.
Als Offizier der Marine war sie Disziplin gewohnt und pflegte eine leichte grundlegende Abneigung gegen als verantwortungslos empfundene, unabhängig freiheitliche Kampf-Karrieristen wie Gaston. Jedoch etablierte sich schnell eine Routine des allmorgendlichen Duels zwischen den beiden. Gaston würde den Tag mit dem Pflegen seiner Wunden oder Erkundung der nahen Umgebung verbringen, und mit neuer Inspiration jeden Tag versuchen einen neuen Trick an Joanna zu probieren.
Oft wurde das morgendliche Duel zu einer Schau für die Garnisonssoldaten. Für die meisten war dieses Ereignis ein Sport in dem ihr Team, die Südflotte, den Söldnern demonstrierte wie überlegen 'echte Soldaten' waren. Jeden morgen jubelten sie über Joanna's erwarteten, vorbestimmten Sieg.
Zweimal jubelten sie nicht. Joanna von Falkhorst jedoch, - obwohl sie es sich hinter der Offieziersmaske und den nötigen Vertretungen wenig anmerken ließ-, war an diesen Tagen kaum glücklicher.
Gaston half ihr hoch. Sie nahm die Hand an. Wenige Worte, kurze Kommunikation der Fehler.
Das Handwerk kam zuerst. Kein Platz für Stolz, Arroganz, Siegestaumel.
Joanna verstand den Respekt, den Gaston ihr entgegenbrachte.(FeW->29, 3W+8)
Spoiler:
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Endlich saßen sie zusammen und tauschten freundliche Worte aus. Gaston erzählte von seinen Reisen bisher, aber nicht auf die Weise, die Joanna üblicherweise erwartete. Kein Glücksritter für Reichtum, kein Träumer für Abenteurer, nicht einmal der Hochmut der Beste sein zu wollen, zeigte sich hier. Nur ehrliche Faszination, eine Leidenschaft und mönchsartige Hingabe für die Romantik des Schwertes.
Joanna hatte das Meiste hiervon ohnehin schon während und um das Verhalten bei den Duellen begreifen können, aber Worte konnten nun auch ein paar sachliche Informationen tauschen. Besonders interessiert zeigte sie sich während Gaston's Schilderung von Meister Alrik's Kampfstil. Ein gebrechlicher alter Mann, der den Zweihänder wie einen dünnen Zweig schweben ließ?
Gaston erwartete halb von der größten Meisterin im Süden ausgelacht zu werden, doch andererseits hätte er auch erraten können, dass wenn überhaupt jemand, sie auch etwas über den Ursprung dieser wunderlichen Technik wissen konnte. Obwohl sie weder Meister Alrik, noch einen vergleichbaren Zweihandkämpfer in ihrem weltlich abgespaltenen Leben kennengelernt hatte, gestand sie Gaston eine ähnliche Erfahrung bei einem der Abajaiden Kämpfern ein. In der ersten Stadt von Gaston's Reise sollte sich ein Säbelkämpfer befinden, der zwar nicht seine Waffe, aber dafür sich selbst mit einer ähnlich unmenschlich anmutenden Schwerelosigkeit bewegte.
Gaston und Joanna tauschten für zwei Tage noch einige Freundlichkeiten aus, und auch die Garnison schien nach Kommandantin Falkhorst's präzedenzlos demonstrierten Geselligkeit, Gaston als einen geehrten Gast zu verabschieden.

Zurück in Kalibah zögerte Gaston nicht sich über den heimlichen Tipp umzusehen. Wie es schien, stand dieser Lehrer, Alilbn Rakschar, nur denen zur Verfügung, die sowohl seinen Namen bereits kannten und nach im fragten, als auch eine gehörige Summe Geld mitbrachten.
Obwohl Gaston bisher immer mittellos gewesen war, hatten die Wochen seines Studiums von Kommandantin Joanna in der Südflotte ihm über die Zeit einen kleinen Reichtum an Gewürzsack-Andenken beschert, die ihm in dem etwas entfernteren Reich bereits das benötigte Vermögen für einige Duelle finanzieren sollten. Gedenkend an die Situation mit Joanna, überlegte er dass er eigentlich nur eine Rolle Zimt gegen einen geschwollenen Arm tauschen mochte, oder vielleicht eine würzige Nelke gegen ein glühendes Veilchen.
Tatsächlich war Alilbn ihm zwar technisch etwas voraus, allerdings längst nicht so weit, wie der zum Vergleich dienen sollende Alrik oder sogar Joanna. Dennoch konnte Gaston verstehen, was die Kommandantin über seine unmenschlich anmutende Bewegungstechnik gemeint hatte.
Meister Rakschar brach mit allerlei Konventionen und Grundweißheiten jeder Kampflogik. Sprünge, zum Beispiel, waren nie erlaubt, da sie jedem halbwegs erfahrenen Gegner perfekte Vorhersage der Bewegung ermöglichten und damit fatale Konter provozierten. Zwar bediente sich Alilbn dieser nicht, jedoch hatte seine mühelose, fast bodenhaftungslos gleitende Fußarbeit viel mit derselben Kontrollverlust einladenden Narrhaftigkeit zu tun.
..Und doch funktionierte es. Meister Rakschar änderte seine Richtung, wenn es ihm nicht möglich sein sollte, baute explosiv schnappende Kraft auf, wenn sein Bewegungsmoment ihn eben noch in eine andere Richtung trug, und vermochte sich manchmal wie ein Halm einem versuchten Gegenschwung zu entziehen.
Gaston war fasziniert. Letzten Endes war diese Form der Kampfkunst aber kein fairer Konter für Gastons bisher auf Genügsamkeit aufgebauten Stil, und so gewann er ein paar Duelle allein dadurch sich nicht blenden zu lassen und wie immer die eine Öffnung für den einen wichtigen Treffer abzuwarten.
Gaston konnte nicht ganz herausfinden, was und wie Meister Rakschar zu diesen Bewegungen fähig gewesen war, aber ahnte immer mehr, dass Meister Alrik's unerwartet leichtfertige Kampfkunst womöglich nicht ohne Grund im Land der Abajaiden erblüht war. Vielleicht hatte Gaston wirklich endlich einen Tipp gefunden. Er beschloss seine Einsichten dem alten Mann vorzutragen. (FeW->30)
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Gaston bewegte sich zurück nordwärts nach "Altersheim", wo Meister Alrik, anscheinend einer Intuition folgend, ihn schon von Weitem kommen sah. Nichts kann der heimlichen Kommunikation zwischen zwei Schwertromantikern entgegenstehen. Alrik nickte ihm zu und gewährte ihm Einlass, - offenbar zufrieden mit sowohl Gaston's Statur und auch seiner gereiften Miene und Gebaren.
In fünf schnellen Duellen landete Gaston einen glücklichen Kopftreffer. -Kein wirklicher Sieg, aber mehr, als ihm jemals vorher möglich gewesen war.
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Die Einsichten, letzten Endes unter Alilbn Rakschar, ermöglichten Gaston eine gewisse Gewöhnung damit schwerelos anmutende Gegner zu Kontern, - wenn auch nur bei seltener Gelegenheit.
Meister Alrik zeigte sich in seiner Zufriedenheit weiter bestätigt. Erstmals gab er Gaston ein paar wörtliche Tipps. Wie sich herausstellte, war er nicht durch Zufall, Zeitvertreib oder naheliegenden Lebenserwerb zu einem Lehrer geworden. Das von Gaston bereits erfasste Ziel der psychologischen Vervollkommnung, -des Pokerteils der Kampfkunst-, lies sich als Lehrer außergewöhnlich gut verfolgen.
Meister Alrik empfahl Gaston nun direkt, in einem anderen Ort seine Dienste als Lehrer anzubieten, und sich darauf zu konzentrieren die Persönlichkeiten möglichst zahlreicher Studenten zu analysieren. Selbst physisch und erfahrungstechnisch weit unterlegene Gegner konnten mit dem richtigen Auge, -und eventuell einem freiwilligen Handicap-, eine einleuchtende Quelle für eine der wichtigsten zu vervollkommnenden Komponenten sein: Dem taktischen Sieg, bevor der Kampf überhaupt begann.
Und obwohl ihm Meister Alrik dies nicht direkt vortrug, schien Gaston auch einen leichten Hinweis dahingegen zu verspüren, dass es sich bei seiner mysteriösen, immer noch unerreichbar scheinenden Kampfweise um eine mentale Entwicklungsfrage handelte. Aber wie konnte das sein?

Zurück in Al'Paq begann Gaston den Rat seines einzigen Meisters umzusetzen. Glücklicherweise war mittelländische Zweihandschwertkunst trotz der kulturellen Unterschiede hier sehr populär geworden, da einer der häufigsten Champions zahlreicher Wettkampffeste in den letzten Jahren immer wieder ein Zweihandschwertkämpfer mit einem Kaiserreicher gewesen war.
Nach einem Sieg gegen denselben, hatte Gaston im Nu die Qualifikation, als auch Werbung errungen, die ihm reichlich interessierte Schüler des glücklichen Trends einbringen sollten. Über mehr als ein Jahr verfolgte er die Ausbildung neuer Eiferer, in deren Unwissen, dass sie ihm genauso viel lehrten, wie er ihnen.
Nach einiger Zeit der Unbeholfenheit und des Unverständnisses, dämmerte es Gaston langsam, was es bedeutete die Natur eines Menschen zu durchschauen, und wieso dies zu einer Dominanz von geistiger Überlegenheit gegenüber körperlicher am Ende der Kampfkunst Entwicklung führen mag. Ebenso eröffnete sich ihm zeitgleich auch ein komplett unerwarteter Blick auf die Gesellschaft in weiterem Sinne, da psychologische Planung von Reaktionen sich -überraschend, aber nach hingehend eigentlich offensichtlich- auch auf Strategie anstatt nur auf Taktik anwenden ließen, bzw. sogar den Kern bildeten.
(FeW30->32, Kriegskunst 5->17, Lehren 10->21)

A/P 23/19, 3W+8, Kampfreflexe
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Re: Werdegänge, Heldengeschichten

Beitragvon Tommek » Mo 02 Mär, 2026 17:04

Schön zu lesen. Insbesondere der Werdegang vom Powergamer zum RP-Char :D Antamar bietet sich da einfach an mal beides zu probieren. :danke:
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