
Beim zu großen skandinavischen Einschlag des Wortes "Gormthing" gehe ich aber mit. Da es ja eh alles Handwerker sind, die teilnehmen, ginge doch auch ein Wort wie "Gildenrat" oder "Bürgerrat".
Möchte man über den Seeweg an die begehrten exondrischen Waren - Waffen, Werkzeuge und Rüstungen - kommen, steuert man unwillkürlich den einzigen Hafen des Fürstentums an.
Gorms Hafen liegt geschützt in dem von Untiefen durchzogenen Mündungsdelta des Flusses Vergor. Um die einzig sichere Fahrtrinne für Hochseeschiffe zu finden kommt man nicht umhin, einen der hier ansässigen Lotsen mit an Bord zu nehmen, was sich dieser sodann fürstlich vergüten lässt. Im Hafen angekommen, ergattert man mit etwas Glück einen der wenigen Liegeplätze direkt am Kai. Ansonsten muss man sich damit begnügen, wie die zahlreichen Fischerboote, im Hafenbecken vor Anker zu gehen und seine Ladung von den kleinen Lastkähnen der Einheimischen löschen zu lassen.
Direkt an der Hafenmole finden sich gut zwei Dutzend Speicher und Lagerhäuser, zwischen denen sich einige Spelunken und Trinkstuben ausmachen lassen, die den durstigen Seeleuten allerlei Zerstreuung bieten. Es wird gar gemunkelt, dass sich hier die eine oder andere Heuer auf einem Schmugglerschiff oder gar Piratensegler ergattern lassen würde.
Verlässt man den Hafenbereich über die gut gepflasterten Straßen, steuert man direkt auf den kleinen Marktplatz zu, der von weiß gekalkten zweistöckigen Fachwerkhäusern umstanden ist. Lediglich das aus Stein gemauerte schmucklose Rathaus der Stadt fällt hier ein wenig aus der Reihe.
Nur wenige, von kleinen Fachwerkhäusern gesäumte, Straßenzüge weiter, verlässt man das Städtchen durch ein solides Tor, überquert einen Fluss über eine steinerne Brücke und erreicht so den kleinen Flusshafen, an dessen Anlegern stets einige Flusssegler und Treidelkähne vertäut liegen. Neben dem Fluss – dem Vergor - befindet sich auch eine gut ausgebaute Straße, die offensichtlich von Pferdefuhrwerken und Ochsenkarren gut frequentiert wird und parallel zum Fluss über das Städtchen Talstadt bis nach Neu-Dornberg führt.
Die malerische Kleinstadt Talstadt schmiegt sich an das südwestliche Ufer des Talstädter Sees. Hier leben vor allem Fischer, welche im See auf Fischfang gehen und so zu einem wichtigen Teil der Versorgung des Landes beitragen. Im kleinen Hafen der Stadt dümpeln so auch immer einige Fischerboote, aber auch Flussschiffe und Treidelkähne, die Rohstoffe und Waren über den Fluss Vergor in Richtung Gorms Hafen oder Neu-Dornberg transportieren.
Im Zentrum der Stadt befindet sich ein kleinerer Marktplatz, auf dem die Händler aus der näheren Umgebung ihre landwirtschaftlichen Produkte feilbieten. Hin und wieder sieht man gar ein paar Elfen, die sich aus ihren Siedlungen am Fluss Manca, fast drei Tagesreisen von Talstadt entfernt, hierher begeben haben, um feine Lederwaren, Felle, Früchte und Schnitzereien zu veräußern. Rings um den Marktplatz befinden sich einige schmucke Steinhäuser, welche zum Stadtrand hin von kleineren Fachwerkhäusern umgeben sind. Umschlossen wird die Stadt von einer fast zweieinhalb Schritt hohen Steinmauer.
Die umliegende Tiefebene wird Talstädter Senke genannt – hier wurden neben größeren Weizenfeldern auch einige Obstplantagen angelegt, so dass die Senke als Kornkammer des Fürstentums gilt.
Einen wichtigen Wirtschaftsfaktor stellt auch das Söldnerwesen des Kleinstaats dar. So finden sich in den meisten Familien Mitglieder, die ihr Auskommen als Mietklinge haben. Hierzu verpflichten sie sich zumeist auf acht bis fünfzehn Jahre bei einem der Söldnerbanner des Landes. Nach Beendigung der Dienstzeit erhalten sie oftmals kleine Parzellen Land in ihrer Heimat und können so eine eigene Familie gründen. Einige Veteranen werden aber auch in das stehende Heer des Fürsten berufen, so dass dieses als äußerst kampferprobt und bestens ausgebildet angesehen wird.
Die Söldnerhauptmänner entstammen überwiegend aus den Rittergeschlechtern des Landes - sind teilweise zweit- und drittgeborene Kinder oder gar die Erben des jeweiligen Hauses. Die Banner der Söldner dienen in ganz Antamar (z.B. in Mandoran: Schwarze Kraken (4 Banner); Venlona: Seedrachen (2 Banner); Westendar: Wölfe Exondrias (1 Banner), Falken vom Dornberg (1 Banner); Südstern: Exondrische Garde (2 Banner)). Organisiert sind die Söldnerbanner in 6 Fähnlein zu 8 Kämpfern. Ein komplettes Banner verfügt zusätzlich über einen Tross von einem weiteren Dutzend Männern und Frauen (Feldscherer, Köche, Harnischmacher, Schmied,...), so dass es sich um ungefähr sechzig Personen handelt.
Zudem gibt es noch freie Söldnergruppen, die aber zumeist nur ein bis drei Fähnlein umfassen. Insgesamt sind zwischen 700 und 800 exondrische Männer und Frauen als Söldner unterwegs und nur knappe 150 von ihnen verrichten ihre Dienste in ihrem Heimatland.
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